Dietrich Schwanitz

Bildung

Alles, was man wissen muss
Cover: Bildung
Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 1999
ISBN 9783821808185
Gebunden, 544 Seiten, 25,46 EUR

Klappentext

Unser Wissen ist im Umbruch, unser Bildungssystem ist in der Krise, der Ruf nach einem Kanon wird immer lauter. Dieses Handbuch bietet die erste Neuorientierung hinsichtlich der Kernbestände unserer Kultur. Im ersten Teil ?Wissen? präsentiert Dietrich Schwanitz ?alles, was man wissen muß?, um das ?Bürgerrecht? im Land der Bildung zu erwerben: die Geschichte Europas als große Erzählung, die Formensprache und die großen Werke der Literatur, die Geschichte von Kunst und Musik, die großen Philosophen und die wissenschaftlichen Theorien, Ideologien und Meinungsmärkte. Im zweiten Teil ?Können? leitet Schwanitz den Leser unter anderem durch das ?Haus der Sprache?, die Welt des Buches und der Schrift und bietet eine Länderkunde.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.11.1999

FAZ-Literaturchef Thomas Steinfeld bespricht den Band zusammen mit Manfred Fuhrmanns "Der europäische Bildungskanon des bürgerlichen Zeitalters" (Insel Verlag) in einer Doppelbesprechung, die an beiden Büchern kein gutes Haar lässt. Immerhin aber widmet er den beiden Büchern den Aufmacher des Sachbuchteils in der November-Literaturbeilage.
1) "Bildung - alles was man wissen muss" 
Dietrich Schwanitz` freundlich daherkommende Aufzählung "der ungelesenen Bücher, der ungehörten Musik, der ungesehenen Bilder" findet Steinfeld mit Verlaub lächerlich. Das sei eine bloße "Kolportage von Bildung", in der Schwanitz auch noch peinliche Irrtümer unterliefen. Steinfeld fragt sich, ob das Publikum solch eine Gebrauchsanweisung für Ungebildete überhaupt braucht.
2) "Der europäische Bildungskanon" 
Manfred Fuhrmanns Elegie auf den verlorenen Bildungskanon nötigt Steinfeld keinen Respekt ab. Der Autor gebe sich als Anhänger einer verlorenen Sache, ohne wirklich Partei für sie zu ergreifen. Im Grunde biete Fuhrmann kaum mehr als eine Aufzählung von Bildungsthemen und persönliches Ressentiment. Auf die veränderten Bedingungen der Gegenwart gegenüber der eigenen Studienzeit vermöge Fuhrmann kaum einzugehen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 13.10.1999

Manfred Schneider fasst in seiner Rezension die beiden zeitgleich erschienenen Bücher von Dietrich Schwanitz und Manfred Fuhrmann ("Der europäische Bildungskanon des bürgerlichen Zeitalters", Insel Verlag) zusammen.
Beide, meint Schneider, versuchen, die alte Bildungsidee vom Beginn des 19. Jahrhunderts noch einmal zu beatmen. Wobei es, wie Schneider vorwegschickt, eine Beleidigung für Fuhrmann ist, beide Bücher in einem Atemzug zu nennen. Denn von Schwanitz Buch ist er sichtlich erschüttert. Schneiders Meinung nach schwingt sich da ein schlechter, aber prätentiöser Autor zu einem Schulmeister auf, ohne selbst den nötigen Hintergrund zu haben: "Stilblüte reiht sich an Stilblüte, Irrtum an Irrtum.`` Am meisten ärgert sich Schneider allerdings darüber, dass Schwanitz auch noch die falsch aus Kindlers Literatur-Lexikon von 1964 abgeschrieben hat. "Schamlosen Betrug`` nennt er das Werk. Dagegen sieht Schneider eine "wohltuend nüchterne Bilanz`` in Fuhrmanns Rückblick auf den europäischen Bildungskanon. Das Buch des "ausgezeichneten klassischen Philologen``, so Schneider, begnügt sich mit der pointierten Darstellung des Verlaufs der Dinge.

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