Dieter Wellershoff

Der verstörte Eros

Zur Literatur des Begehrens
Cover: Der verstörte Eros
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2001
ISBN 9783462030259
Gebunden, 314 Seiten, 20,40 EUR

Klappentext

In seinem neuen Buch folgt Dieter Wellershoff an beispielhaften Werken der Spur des Begehrens in der Literatur von Goethes "Leiden des jungen Werthers" bis zu Michel Houellebecqs "Elementarteilchen". Er verbindet in vielfältiger wechselseitiger Spiegelung Werk, individuelle Lebensgeschichte und Zeitgeschichte und lässt die Autoren und ihre Darstellung des Sexuellen, ihre Obsessionenund Verstörungen nah und anschaulich vor uns erstehen...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 11.07.2002

Die sexuellen Spielarten diesseits der Liebe und jenseits der Lüste sind fast alle erkundet, übriggeblieben seien nurmehr die Schwundstufen der Sexualität, glaubt Rezensent Werner Jung und freut sich daher um so mehr, dass nach Bret Easton Ellis und Michel Houellebecq wieder ein Realist vom Schlage Dieter Wellershoff sich des Themas angenommen hat. Leider kann man der Freude des Rezensenten nicht ganz folgen, da sein Text nicht nur bemerkenswert unsinnlich ist, sondern auch ziemlich umständlich geschrieben. So viel zumindest wird klar: In dem Essay "Der verstörte Eros" diskutiert Wellershoff die romantische Liebe anhand einer Vielzahl klassischer und kanonischer Texte und liefert "filigrane" Interpretationen zu Texten des 20. Jahrhunderts. Wellershoff zeige, schreibt Jung etwa, "wie sich das Themenbündel Liebe, Sexualität, Ehe samt Ehebruch, nachdem die aufklärerische Idee einer partnerschaftlichen Beziehung mit der Entdeckung der Empfindsamkeit und der nachmaligen (zunächst noch sympathischen) Vorstellung einer romantischen Liebe aufgegeben worden war zugunsten hypertropher Ideologeme, mäandernd durch die europäische Literatur zog".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.02.2002

Rezensentin Verena Auffermann gefällt sehr, wie der Autor und Literaturwissenschaftler Dieter Wellershoff das Verhältnis berühmter Schriftsteller zum Eros untersucht und mit ihrer Biografie und dem Verhältnis zur Mutter verbindet. Das tut er nach Meinung der Rezensentin mit "kluger Emphase" und gut belegte Thesen. Dabei schafft er es auch noch "die fiktionale Lizenz" der Autoren zu berücksichtigen. Außerdem gelinge es Wellershoff, "die Biografien an den Gewohnheiten der gesellschaftlichen Epoche zu spiegeln" und damit sowohl Goethe als auch Michel Houellebecq gerecht zu werden. Wie Wellershoff das konkret umsetzt, belegt die Rezensentin an etlichen Beispielen. Auch die Art, wie Wellershof seine Einsichten präsentiert, gefällt Auffermann:" frei von Fußnoten und pastoraler Kennerschaft, aber nicht frei von profunder Kennerschaft", so lautet ihr Fazit.
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