Die Staatsbürgerschaft war im 20. Jahrhundert das Signum politischer Zugehörigkeit in Europa. Sie entschied über Schutz und Freiheit eines Menschen und damit über seine Lebens- wie Überlebenschancen. Erzählt wird hier erstmals eine gemeinsame Geschichte der Staatsbürgerschaft in West- und Osteuropa von der Hochphase des Nationalstaats bis in unsere Gegenwart, die von den Krisen der europäischen Union geprägt ist. Es ist die Geschichte einer zentralen rechtlichen Institution, die Kämpfe um Migration, Integration und Zugehörigkeit maßgeblich repräsentiert und zugleich bestimmt. Welche Lehren aus ihr mit Blick auf die Zukunftschancen einer europäischen Staatsbürgerschaft zu ziehen sind, ist eines der Themen dieses Buches.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.09.2016
Auch wenn dem Rezensenten Helmut König die Titelfrage im Buch nicht wirklich entschieden sieht, scheint ihm Dieter Gosewinkels Studie zur Geschichte des Staatsbürgerrechts im 20. und 21. Jahrhundert das Werk zur Stunde zu sein. Die historische Gesellschaftsanalyse die der Historiker über sein Thema vornimmt, die Nachzeichnung der Geschichte des Staatsbürgerrechts seit 1900 und der Vergleich zwischen Deutschland, Frankreich, Russland, Großbritannien, der Tschechoslowakei und Polen räumen laut König eine Reihe falscher Behauptungen aus dem Weg. So diejenige, dass Regelungen zur Staatsangehörigkeit einem West-Ost-Gefälle folgen. Sichtbar wird laut Rezensent vielmehr ein Nord-Süd-Gefälle. Auch wie die Politik der Staatsbürgerschaft hierarchische Abstufungen im Innern der jeweiligen Gesellschaften erzeugte, kann der Autor ihm am Beispiel der Frauen und der Juden erklären. Ein Buch, das in jedem Fall Maßstäbe setzt, meint König.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Botho Strauß: Bleiben und Blicken In Botho Strauß' neuem Buch geht es um die Zeit und ihr Vergehen, um den Zauber der Kunst, um das Originale und das Eigentliche. Vor allem sind es Begegnungen und Nichtbegegnungen,… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…