Dieter Bachmann

Unter Tieren

Cover: Unter Tieren
Limmat Verlag, Zürich 2010
ISBN 9783857916106
Gebunden, 160 Seiten, 21,50 EUR

Klappentext

Hebel, ein Mann fortgeschrittenen Alters, hat die Menschheit zunehmend satt. Er will keine neuen Menschen mehr kennenlernen. Lieber vereinsamt er, und das mit Behagen. Er geht zu den Tieren: Gegenstand niemals ermüdender Anschauung, der Bewunderung, des Nachsinnens. So war die Schöpfung gemeint, denkt Hebel. Er beobachtet, macht Notizen, legt Zeitungsmeldungen beiseite. Und während sein Freund Anderberg in seinem Haus tote Käferchen und Fliegen in einem Schaukästchen sammelt, ordnet Hebel seine "Zettelwirtschaft" zu einer Art Tagebuch mit Tieren.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 11.01.2011

Christoph Schröder preist Dieter Bachmanns Prosatext "Unter Tieren" und sieht ihn in angenehmem Gegensatz zu den Tierschützer-Philosophien, die seiner Ansicht nach gerade in Mode sind. Vorliegendes Bändchen erzählt in einer gelungenen Gattungsmischung aus Zitaten, Zeitungsausschnitten, Reflexionen und Beobachtungen vom Versicherungsvertreter Hebel, der sich von der geschäftigen Menschheit ab- und der Natur zuwendet, erklärt der Rezensent. Schröder preist die Klugheit, den Ernst, die "Wahrhaftigkeit" dieses Buches, und er verspricht, dass hier einiges zu entdecken ist und so manches aus einer völlig neuen Warte betrachtet wird.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.12.2010

Ein merkwürdiges Büchlein sei das, wundert sich ein allerdings durchaus davon angetaner Rezensent Michael Stolleis. Auf den ersten Blick ein Roman, auf den zweiten wieder nicht. Es gibt einen Helden, der heißt nicht ohne Grund - nämlich nach dem alemannischen Dichter - Hebel. Eine wirklich nachvollziehbare zusammenhängende Geschichte erlebe der freilich nicht. Und überhaupt werde schnell klar, dass es darum auch keineswegs geht. Sondern um Tiere. Ausgestorbene und noch lebende Tiere, Tierwissen, Tieranekdoten und mancherlei mehr. Also eigentlich doch eher ein Sachbuch. Und zwar ein sehr lesenswertes, in dem es um die unerfüllbare Sehnsucht geht, als Mensch in einen Stand der Naturverbundenheit zurückzufinden, der ein im besten Sinn tierischer wäre. Und dafür hat der Rezensent sichtlich eine Menge Sympathie.
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