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Hermann Burger

Hermann Burger: Werke in acht Bänden

Cover: Hermann Burger: Werke in acht Bänden
Nagel und Kimche Verlag, Zürich 2014
ISBN 9783312005611
Gebunden, 3184 Seiten, 149,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Simon Zumsteg. Mit Nachworten von Dieter Bachmann, Harald Hartung, Ulrich Horstmann, Remo H. Largo, Ruth Schweikert, Kaspar Villiger, Beatrice von Matt, Karl Wagner. Hermann Burgers Sprachkunst hatte ein klares Ziel: dass der Boden unter dem Leser zu schwanken beginnt. Zum 25. Todestag des eigenständigsten Schriftstellers der Schweiz der jüngeren Zeit erscheinen seine Werke in einer Leseausgabe. Witzig, obsessiv und bis ins skurrile Detail genau recherchiert - Burgers Geschichten umgarnen, verführen und schillern, und das gilt auch für seine Selbstinszenierung als Lebenskünstler und Magier. Wie eng das miteinander zusammenhängt, erklären die Nachworte, die außerdem viele persönliche Erinnerungen enthalten.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 01.03.2014

Rezensent Thomas Strässle ist hocherfreut über diese Werkausgabe Hermann Burgers, die zum 25. Todestag des Schweizer Schriftstellers erschienen ist. Das literarische Werk Burgers, der am 28. Februar 1989 Suizid begannen hatte, steht für den Rezensenten nach wie vor wie ein "Findling in der Schweizer Literaturlandschaft". Eingehend würdigt er Burger als ebenso radikalen wie originellen Schriftsteller von ungeheurer Fabulierlust, Wortgewalt und Originalität der Sprachschöpfungen. Strässle erkennt im Schreiben des exzentrischen Schriftstellers mit manisch-depressiver Erkrankung auch selbsttherpeutische Züge. Neben der Kindheitserinnerung "Ich will Pfarrer werden" hebt er die Romane "Schilten", "Die Künstliche Mutter" und "Brunsleben" hervor. Vorliegende Werkausgabe ist für ihn auch eine Einladung, diese und andere Werke Burgers wiederzuentdecken.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.02.2014

Dass Hermann Burger nicht nur seines Ferraris wegen bemerkenswert ist, stellt Jochen Hieber anlässlich dieser von Simon Zumsteg besorgten achtbändigen Gesamtausgabe klar. Lesen!, fordert er uns ein ums andere Mal auf, weniger die Romane, die den durchaus wohlwollenden Rezensenten bei allem Glanz doch immer wieder ermüden (Redundanz!), bestimmt aber die Erzählstücke, in denen der lebenslang mit Krankheit geplagte Autor sich Erlösung durch Literatur erdichtet und durch Magie, "Diabelli" von 1979 etwa. Ferner unbedingt lesenswert findet Hieber die Essays mit Reportagen übers Bobfahren und Burgers Hausgott Thomas Bernhard. Insgesamt scheint Hieber der legendäre Größenwahn des Autors eher ein Epigonentum aus existentieller Not heraus zu sein und immer wieder groteske, absurde, tragische Momente zu zeitigen. Hier zu besichtigen, meint Hieber, gehüllt in bestmögliche editorische Sorgfalt und Hingebung.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 28.02.2014

Eine philologische Großtat, nicht weniger, ist die neue Gesamtausgabe der Werke Hermann Burgers, die jetzt bei Nagel & Kimche erscheint, jubelt Katrin Hillgruber. Gedichte, Erzählungen, Romane, Essays, dazu einiges Versprengtes, das sich an andere Werke anlagert, zählt die Rezensentin auf, vor allem über die Romane freut sie sich, "Die Künstliche Mutter" zum Beispiel oder "Brenner", der die "Anatomie einer Zigarre" teilen sollte, Einlage, Umblatt und Deckblatt also, erklärt Hillgruber. Burger selbst nannte Künstler die "Therapeuten der Wirklichkeit", weiß die Rezensentin, und wie seine Figuren schien er sich gegen seine Depressionen, Impotenzängste und Suizidneigungen mit aller sprachlichen Macht aufzulehnen. Jetzt sind die Ergebnisse dieser Selbst- und Welttherapie endlich wieder zu haben, freut sich Hillgruber.