Herausgegeben von Klaus Schönhoven und Hermann Weber. Bearbeitet von Jens Hildebrandt unter Mitarbeit von Boris Schwitzer. Band 12 der "Quellen zur Geschichte der deutschen Gewerkschaftsbewegung im 20. Jahrhundert" konzentriert sich auf die Jahre von 1956 bis 1963. In dieser Zeit schärfte der Deutsche Gewerkschaftsbund sein politisches und programmatisches Profil, öffnete sich für marktwirtschaftliche Vorstellungen und setzte neue Richtmarken in seinem Engagement für soziale Gerechtigkeit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.02.2006
Die vorliegenden Sitzungsprotokolle des Bundesvorstandes des Deutschen Gewerkschaftsbundes von 1956 bis 1963 erscheinen Rezensent Christoph Klessmann im Blick auf Geschichte der westdeutschen Gewerkschaftsbewegung durchaus instruktiv. Die Bearbeiter Jens Hildebrandt und Boris Schwitzer haben Klessmann zufolge aus der breiten Palette von Themen, mit denen sich die DGB-Spitze befasste, fünf Schwerpunkte gewählt: den Wandel des Führungspersonals, die Programm- und Satzungsdebatten, Probleme der Organisations- und Mitgliederentwicklung, sozialökonomische Weichenstellungen und schließlich Ost-West-Fragen sowie Fragen Atombewaffnung und Notstandsgesetzgebung. Die Dokumente belegen nach Ansicht Klessmanns die "erheblich erweiterte Palette von Aufgaben der Gewerkschaften in Politik und Gesellschaft". Lobend äußert er sich über die Gestaltung des Bandes, das detaillierte Register und die sachkundige Einleitung der Bearbeiter. "Er bietet gute Einstiege in die westdeutsche Gewerkschaftsgeschichte dieser Zeit", so Klessmanns Fazit über den Band, "auch wenn er deren Darstellung und Analyse natürlich nicht ersetzen kann".
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