Der Auswärtige Ausschuss des Deutschen Bundestages. Sitzungsprotokolle 1976-1980

Droste Verlag, Düsseldorf 2013
ISBN 9783770053186
Gebunden, 1773 Seiten, 208,00 EUR

Klappentext

Bearbeitung: Wolfgang Hölscher und Joachim Wintzer. Die Wechselbeziehung von Entspannung und Sicherheit blieb auch zwischen 1976 und 1980 ein zentraler Gegenstand der Debatten des Auswärtigen Ausschusses. Die Bestrebungen, das Verhältnis zu den Staaten des Ostblocks weiter aufzulockern und zugleich abrüstungspolitische Maßnahmen umzusetzen, gerieten angesichts der Bedrohung durch sowjetische atomare Mittelstreckenraketen zunehmend in die Kritik. Der NATO-Doppelbeschluss vom Dezember 1979, der im Ausschuss parteiübergreifend auf Zustimmung traf, war ein klares Stoppsignal der westlichen Allianz an die UdSSR. Nur wenige Wochen später löste die sowjetische Invasion in Afghanistan erneute Kontroversen darüber aus, wie Entspannung und Sicherheit in Einklang zu bringen seien. Von aktuellem Interesse sind insbesondere die europapolitischen Diskussionen. Die Risiken der Aufnahme Griechenlands sowie Spaniens und Portugals in die EG waren ebenso Thema wie die Unwägbarkeiten eines weiteren währungspolitischen Zusammenwachsens im Zuge der Einführung des Europäischen Währungssystems 1978/79. Von der wachsenden internationalen Verantwortung der Bundesrepublik zeugen die Aufgaben im weltweiten Krisenmanagement. Zu verweisen ist auf den Dauerkonflikt im Nahen Osten, die Revolution im Iran sowie die Bemühungen um die Unabhängigkeit Namibias.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.08.2013

Die Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien hat mit den Sitzungsprotokollen des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages aus den Jahren 1976 bis 1980 wieder einmal eine hervorragende Quellenedition abgeliefert, findet der Rezensent Rolf Steininger. Der Auswärtige Ausschuss galt als der "Königsausschuss" der achtzehn Bundestagsausschüsse, man vermutete, hier würden die "Geheimnisse der großen Politik" in illustrer Runde verhandelt, erklärt der Rezensent. Die Protokolle jener Jahre sind von den großen Themen der Außenpolitik dominiert, berichtet Steininger: die Sicherheitspolitik, der Kurs gegenüber den USA und der Sowjetunion, die Neutronenbombe und der Nato-Doppelbeschluss. Aber auch die sowjetische Invasion Afghanistans, der EG-Beitritt Griechenlands, Spaniens und Portugals, und, der Rezensent hätte sich über sein Fehlen schon sehr gewundert, der Nahostkonflikt. Wer mit den Protokollen arbeiten wolle, solle auf jeden Fall auch die "Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland" heranziehen, empfiehlt Steininger.
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