Wolfgang Schmale

Geschichte Europas

Cover: Geschichte Europas
UTB, Stuttgart 2001
ISBN 9783825282134
Taschenbuch, 307 Seiten, 29,00 EUR

Klappentext

Diese "Geschichte Europas" bietet eine Einführung in die Geschichte unseres Kontinents. Am Anfang steht die Beantwortung der Frage: "Was heißt Europa?" Daran schließt sich eine Darstellung europäischer Geschichte von den Anfängen bis 1950 in seinen vielseitigen Facetten an, einschließlich zweier Kapitel, die Europa als kulturelles System beschreiben. Im Anschluß wird die Geschichte Europas im Zeitalter der Integration (1950 - 2000) behandelt - Europa politisch integrieren. Das Schlusskapitel knüpft an die jüngste Entwicklung an: Europas österreichische Krise.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 14.05.2003

Schmale, ein deutscher Historiker, der in Frankreich gelehrt hat und nun in Wien unterrichtet, addiert in seiner "Geschichte Europas" keineswegs die verschiedenen Nationalgeschichten, berichtet Harm Klueting, sondern verfolgt die Geschichte der Europa-Idee und der europäischen Vereinigungsversuche quer durch die Jahrhunderte. Klueting vergleicht Schmales Buch mit Heinz Gollwitzers "Europabild und Europagedanke" aus dem Jahr 1951, bloß dass sich Gollwitzer überwiegend auf eine Auseinandersetzung mit der europäischen Geistesgeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts beschränkt hatte. Schmale ist "bekennender Gesamteuropäer", dem der Begriff des "osmanischen Europas" mühelos und keineswegs abschreckend gemeint über die Lippen kommt erklärt der Rezensent. Überhaupt stelle sich für Schmale die Zugehörigkeit der Türkei oder Russlands zu Europa als eine "Frage des Wollens" dar, herkömmliche Grenzziehungen empfinde der Autor als überholt. Ob die Europa-Propaganda der Nationalsozialisten, der Europamythos der Antike, mittelalterliche Ordnungsvorstellungen oder bildliche Darstellungen wie Rembrandts "Raub der Europa" - Klueting zeigt sich von Schmales Europageschichte kommentarlos beeindruckt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.04.2002

Fasziniert und angetan ist Hans-Christof Kraus von dieser Geschichte Europas. Für ihn zeigt das Buch deshalb einen "ultramodernen" Ansatz der Geschichtsschreibung, weil es zu rekonstruieren versucht, wie im Verlauf der Jahrhunderte über Europa gedacht und geschrieben wurde. Im Großen und Ganzen folgt der begeisterte Rezensent den Ausführungen des Wiener Historikers mit Zustimmung. Vor allem die Passagen über verschiedene Ausprägungen des "Europäismus" sowie die "nationalsozialistischen und faschistischen Europapläne" lobt er als "besonders aufschlussreich". Lediglich der letzte Teil des Buches über die europäische Reaktion auf die 2000 in Österreich gewählte Regierung erregt Anstoß bei Kraus. Er findet es "merkwürdig", dass der Autor gerade hier sein "ideologiekritisches Instrumentarium" ungenutzt lässt, die "missglückten Aktionen" gegen die Österreichische Regierung nicht "durchschaut" und sie statt dessen als Europas "neue Identität" feiert.
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