Karlheinz Stockhausen gilt als einer der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Insbesondere als Pionier der elektronischen Musik erlangte er ab Mitte der 1950er-Jahre Bekanntheit und schuf Klänge, die man nie zuvor gehört hatte. In den folgenden Jahrzehnten strahlten seine radikalen Neuerungen und Kompositionen, seine avantgardistischen Orchester- und Bühnenwerke weit über Deutschland hinaus und nicht zuletzt auch in die Popkultur - zu seinen Bewunderern zählten die Beatles und Miles Davis. "Der Mann, der vom Sirius kam" nähert sich Karlheinz Stockhausen ebenso kundig wie persönlich: Erzählt wird die mehrphasige Geschichte der Stockhausen-Verehrung des jugendlichen Thomas von Steinaecker, die den Leser*innen darüber hinaus die bewegte Biografie des kontroversen Komponisten nahebringt. Autor Thomas von Steinaecker und Zeichner David von Bassewitz zeichnen dabei ein vielschichtiges Bild des Musikers sowie seiner Musik und zeigen, welche erzählerische Kraft biografischen Comics innewohnen kann.
Etwas Bessseres wird es in diesem Jahr auf dem deutschen Comic-Markt nicht geben, ist Rezensent Christoph Haas nach diesem Wurf von Thomas von Steinaecker und David von Bassewitz überzeugt. "Stockhausen" verbindet die Biografie des Avantgarde-Komponisten mit der Autobiografie Steinaeckers, der mit dem "Gesang der Jünglinge" in Faszination für Stockhausen entflammte. Dass Steinaecker ebenso ehrlich von sich wie von Stockhausens Schattenseiten erzählt, nimmt den Rezensenten für das Buch ein, wie auch Bassewitz' Zeichnungen, die bei aller aquarellhaften Lockerheit ungeheuer stark seien.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.10.2022
Rezensent Fritz Göttler lässt sich mitreißen von dieser Comic-Biografie, die bei ihm einen ebensolchen Sog entfaltet wie Stockhausens musikalische Unbedingtheit. Thomas von Steinaecker verfiel, wie wir erfahren, mit zwölf Jahren der Musik des Avantgardisten, David von Bassewitz verwandele Stockhausens abstrakte Musik in einen "erregenden Wirbel von Bild und Schrift", freut sich Göttler, der voller Bewunderung und Sachkenntnis bemerkt, wie dieser Comic an die Stelle des linearen Erzählens Musik und Rhythmus setzt. Ein Rahmen sei schließlich nur dazu da, hat Göttler von Serge Daney gelernt, um gesprengt zu werden.
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