Von der Entstehung der ersten Zahlungsmöglichkeiten in der Antike bis zum heutigen Hochfrequenzhandel und der Kryptowährung hat sich die Geschichte des Geldes stets auf internationaler Ebene abgespielt. Das Finanzwesen ist eine der am stärksten globalisierten und vernetzten menschlichen Aktivitäten sowie eine der wichtigsten sozialen Technologien, die je erfunden wurden. Mithilfe von Karten und Grafiken bringt der "Atlas der Finanzen" Licht in die komplexe und abstrakte Welt des Geldes. Er beleuchtet die Menschen - darunter Adam Smith, Karl Marx und John Maynard Keynes -, die unser Denken über die globale Finanzwelt geprägt haben, zeigt, wie Gesetze, Vorschriften und Institutionen diese beeinflussen und wie Innovation, Globalisierung und Umweltveränderungen mit ihr zusammenhängen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.06.2026
Ganz selbstbewusst hat sich Dariusz Wójcik, Professor für Finanzgeografie in Singapur, zum Ziel gesetzt, die große weite Welt der Finanzen in seinem Buch abzudecken, hält Kritiker Jakob Krembzow fest. Zusammen mit den Illustratoren James Cheshire und Oliver Uberti zeigt er beispielsweise, dass die Tontafeln der Sumerer Infos zum Ernteertrag bereithielten, also Instrument der Buchhaltung waren, staunt Krembzow ob dieser anschaulichen Verbildlichung. Diese grafischen Darstellungen stoßen aber bisweilen auch an ihre Grenzen, etwa wenn Finanzkrisen in verschiedenen Ländern in Grafiken dargestellt werden, die selbst für Leute mit Vorwissen schwer zu überschauen wären, findet der Rezensent. Dennoch findet er den Ansatz des Ökonomen beachtlich, von ökonomischen Folgen von Silberminen in Bolivien bis zu Theorien von Karl Marx und der Krise der Kommunalfinanzen in Frankreich ansprechende Überblicke bereitzustellen, die ein breites Publikum ansprechen dürften.
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