Alan Pauls

Geschichte des Geldes

Roman
Cover: Geschichte des Geldes
Klett-Cotta Verlag, Suttgart 2016
ISBN 9783608980059
Gebunden, 271 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Christian Hansen. Ein Stahlunternehmer stirbt bei einem Helikopterabsturz, sein randvoll mit Geld gefüllter Aktenkoffer verschwindet ohne jede Spur. Unfall oder Überfall? Im letzten Teil von Alan Pauls Argentinien-Trilogie bedingt Geld alles: Großzügigkeit und Gewalt, Kapitalflucht und Strafe, Traum und Korruption. Nicht nur in der Öffentlichkeit, in der die wildesten Hypothesen über den Absturz kursieren, auch im Leben des Erzählers dreht sich alles um das liebe Geld. Sein Vater verdient ein Vermögen beim Pokern und ist im Labyrinth der Finanzspekulationen zu Hause wie ein Fisch im Wasser. Seine Mutter hingegen heiratet wieder und verprasst ihr kleines Erbe für einen aufwendigen Lebensstil und ein Sommerhaus, das den letzten Cent verschlingt. Und der Erzähler muss am Ende immer dafür bezahlen - in jeglicher Hinsicht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.11.2016

Es passt zu diesem Roman und es passt zu diesem Thema, dass Rezensentin Insa Wilke das eindeutige Urteil scheut. "Geschichte des Geldes", der letzte Teil aus Alan Pauls' Trilogie, liest sie mit gemischten Gefühlen zwischen Faszination und Abgestoßenheit und einem Befremden, das sich weder in Zustimmung oder Ablehnung auflöst. Die siebziger Jahre in Argentinien, deren Ereignisse und Zustände bis in die heutige Zeit reichen, sind Pauls' verschleierte Bühne, auf denen er seine kruden, von Ticks und Neurosen gezeichneten Figuren in allen drei Teilen auftreten lässt, lesen wir. Seine Form der Erinnerungs- und Bewältigungsarbeit, um die es ihm doch merklich geht, funktioniert allerdings nicht, wie man zunächst glaubt, über Parabeln oder Metaphern, sondern durch "lose Korrespondenzen", so die Rezensentin. Ob dieses Prinzip aufgeht, darüber mag Wilke nicht urteilen und fragt sich, ob nicht vielleicht doch Peter Weiss recht hatte, als er sagte, über Verbrechen gegen die Menschlichkeit könne man in der Kunst nur dokumentarisch sprechen.
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