Christian Schloyer

spiel ur meere

Gedichte
Cover: spiel ur meere
Kookbooks Verlag, Idstein 2007
ISBN 9783937445274
Kartoniert, 80 Seiten, 15,90 EUR

Klappentext

Mit Zeichnungen von Andreas Töpfer. Wenn Sprache permanenter Entstehungsprozess von Ich und Welt als Kondensat der Wahrnehmung ist, was wäre dann die Suche nach Urwelt und Ursinn? Was wäre der Versuch, unsere ungeheuerliche Sprachmatrix durchstoßen zu wollen, um nach einem Dahinter, nach Bedeutung zu forschen? Donquichotterie! Größtmögliche Eselei! Ikarus auf Tauchfahrt in die Ironie. Sam Lowrys Flucht zwischen die Zeilen, in den Sinnsang zwischen Minne und Unsinn. Um was zu finden? Muss nicht Eden am Urgrund der Sprache liegen, im Irgendwo, ein Atlantis, wie Mutterleib und Liebe? Du? Die Urmeere, sagt man, hatten 37 °C. Den Butt in die Fischfalle locken.Vielleicht weiß er einen Weg.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.02.2008

Sibylle Cramer preist Christian Schloyers Lyrikdebüt als echten "Glücksfall", weil hier inhaltlich wie formal auf kluge Weise Fragen aufgeworfen werden. Beim ersten Blick in den Band stellen sich die Gedichte als in Satzfetzen und Silben aufgesprengt dar und die Rezensentin fühlt sich nicht von ungefähr an eine "Abrissbirne" erinnert, mit der Schloyer der Versform und der Sprache insgesamt zuleibe gerückt ist. Es stellt sich dann aber durchaus verständlich ein Dialog zwischen einem lyrischen Ich und einem Du heraus, die Denkwege über das "Verhältnis Mensch und Natur" nachzeichnen und die Frage nach einer in der Welt zu lesenden "Urschrift" stellen, erklärt die Rezensentin. Die dialogische Form der Gedichte demonstrieren so in der Folge eine Denkbewegung, die hohes intellektuelles Vergnügen bietet, berichtet Cramer begeistert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2007

Na, nicht schlecht, überhaupt nicht schlecht, lobt Heinrich Detering. "Postromantisch" nennt er Christian Schloyers Gedichte, soll heißen, dass hier Ironie und Lakonie sich mit Motiven paaren, die so urromantisch sind, dass sich schon seit längerer Zeit niemand mehr traute, sie zu benutzen, um sich nicht der Lächerlichkeit preiszugeben. Mit seinem ironischen Dreh aber kann Schloyer gefahrlos sogar "gefallene Engel" einbauen, ohne dass der Rezensent sich überzuckert abwendet. Manchmal übertreibt Schloyer zwar etwas, manchmal läuft die Poesiemaschine etwas zu geschmiert, öfter aber stimmt das Verhältnis und heraus kommen "Traumtänze von beträchtlicher Anmut", wie Detering ganz ohne Ironie feststellt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 09.11.2007

Das Romantisieren lässt sich Michael Braun bei diesem Lyrik-Debütanten gern gefallen. Schließlich findet er in den Gedichten Christian Schloyers genug sprachliche Zweifelei und Konterkarierung der bei den Romantikern oder bei Rilke entlehnten hochtönenden "Kostbarkeiten". Hinweise auf Urgeräusche, metaphorisch erzeugte "Schwebezustände" und andere sprachmagische Techniken machen dem Rezensenten erst richtig Freude, weil Schloyer sie zum Beispiel mit "kühler" Terminologie versetzt. Den Fährnissen romantischen Dichtens kann der Autor laut Braun so entgehen.

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