Daniela Dahn

Wir sind der Staat

Warum Volk sein nicht genügt
Cover: Wir sind der Staat
Rowohlt Verlag, Reinbek 2013
ISBN 9783498013332
Gebunden, 166 Seiten, 16,95 EUR

Klappentext

Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus aber sie kehrt nie zu ihm zurück. Das war schon immer ein Problem. Seit Politiker bedenkenlos so viel dieser ihnen verliehenen Macht an global operierende Wirtschafts- und Finanzriesen hergeschenkt haben, ist der Staat selbst Teil des Problems. Er ist ebenso in der Krise wie die Banken. denn mit der Macht ist es wie mit dem Geld: Sie verschwindet nicht, sondern wechselt nur den Besitzer. Und die neuen Inhaber geben sie nicht mehr zurück. Deshalb löst die Politik auch die Dauerkrise nicht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.04.2013

Hanno Harnisch gefällt Daniela Dahns Essay zur Schieflage der Nation. Nicht gerade als Kommunistisches Manifest möchte er das Buch bezeichnen, für ihn, den früheren Kulturchef des "Neuen Deutschlands" spielt es eher in einer Liga mit Stephane Hessels Empörungsaufruf und Emile Zolas "J'accuse". Aber darunter bestimmt nicht! Als Schrift wider die bestehenden Ordnung  taugt der Text laut Harnisch gut. Vor allem wegen des sachkundigen Furors, mit dem die Autorin defizitäres Staatsrecht erläutere und am Gründungsmythos der BRD kratze, aber auch aufgrund der Anweisungen zum Ungehorsam und zur Selbstermächtigung der Bürger, die Dahn gibt. Harnisch scheint all das äußerst erhellend in Bezug auf Recht und Gerechtigkeit, nicht zuletzt, da die Autorin "aussagestark" fiktive Tribunale veranstaltet, in denen ein anderes Recht gesprochen wird.

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