Für Effizienzstaat und Direktdemokratie

Schriftenreihe des Unternehmerinstituts, Berlin 2001
ISBN 9783000074257
Einband unbekannt, 96 Seiten, 10,12 EUR

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.05.2001

In einer Doppelbesprechung befasst sich der Rezensent mit dem Kürzel "Gy" mit zwei Büchern, in denen es um (mangelnde) Beteiligung und Mitgestaltung von Bürgern in der Politik geht.
1.) Susanne Cassel: "Politikberatung und Politikerberatung" (Paul Haupt)
"Gy" stellt zunächst einmal klar, dass es sich bei Politikerberatung um Beratung von Politikern handelt, bei Politikberatung hingegen um Beratung der Bürger. Nach "Gy" scheint es sich bei der reinen Politikerberatung um ein etwas überholtes Modell zu handeln, und so betont er, dass die Autorin diese mit der "neueren (...) Sicht der Institutionenökonomie" vergleicht, die davon ausgeht, dass alle Beteiligten (auch die Politiker) vor allem eigene Interessen verfolgen. "Gy" hat bei der Lektüre den Eindruck gewonnen, dass die Autorin die Ansicht vertritt, dass Bürger Politikern gegenüber grundsätzlich im Nachteil sind, allerdings auch "selber ziemlich träge im Nachfragen und Verarbeiten von Beratungsleistungen" sind. Davon abgesehen scheint es dem Rezensenten zu gefallen, dass die Autorin den Reformbedarf bei deutschen Beratungsinstitutionen aufzeigt und verschiedenen Vorschläge zu einer besseren Effizienz macht. Allerdings wird seiner Ansicht nach die "Spannung zwischen den Polen Bürger und Politiker" nicht ausführlich genug dargestellt und nur unzureichend darauf eingegangen, wie die Bürger ihren Einfluss "im politischen Prozess" erhöhen könnten.
2.) Arbeitsgemeinschaft selbständiger Unternehmer: "Für Effizienzstaat und Direktdemokratie" (Schriftenreihe des Unternehmerinstituts)
An diesem Band lobt der Rezensent besonders, dass hier "knapp und konsequent" dargestellt wird, wie der Einfluss der Bürger in der Politik gestärkt werden könnte. Die Stichworte dabei sind "mehr Selbstbestimmung und mehr Mitbestimmung". "Gy" weist darauf hin, dass das Buch eine Überarbeitung und Aktualisierung einer vor fünf Jahren erschienenen Veröffentlichung ist, die unter Berufspolitikern seinerzeit in Deutschland auf heftige Abwehr traf, da eine "direkte Demokratie" selbstredend die eigenen Interessen von Politikern behindern könnte. Einen anderen Punkt, den "Gy" hervorhebt, ist ein Plädoyer in diesem Band für eine Stärkung des Föderalismus in Deutschland, da der Wettbewerb unter den Ländern eine bessere Kontrolle der Politiker beim Umgang mit Steuergeldern durch die Bürger ermögliche.
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