Der unterschiedliche Umgang mit dem Tod der Eigenen und der Gegner wird über die einzelnen propagandistischen Kodes Sprache, Bild (im Plakat), Film, Bildende Künste und (Bestattungs-) Ritual sowie über verschiedene Zeiträume hinweg verfolgt. Ins Bild rückt also einerseits das Zusammenspiel unterschiedlicher Medien im Rahmen des einen semiotischen "Gesamtkunstwerks" Propaganda, andererseits dessen historischer Wandel im Realen Sozialismus. Besonderes Augenmerk gilt der Abgrenzung von Freund und Feind in den einzelnen Kodes, der Beschwörung von Kontinuität beim Ableben eigener Leader, der Wiederspiegelung von deren hierarchischen Rangordnung, der verbalen und bildlichen Umsetzung von Emotionen wie Trauer, Entsetzen, Hass, Todesverachtung; daneben kommen auch tagespolitisch bedingte Durchbrechungen des Rituals, die Auswirkungen der Entstalinisierung, schließlich die Symbiose von staatlichem und volkstümlich-traditionellem Ritual zur Sprache. Dieses Buch enthält zum Teil Beiträge in russischer Sprache.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 25.11.2000
Keine eben informative Besprechung des Sammelbandes liefert uns der sich hinter dem Kürzel "Id." verbergende Rezensent. Zwar erfahren wir etwas über die Hintergründe, die zu einer Säkularisierung und Umkodierung von Todesbildern und -riten in der ehemaligen UdSSR geführt haben mögen, die einzelnen Beiträge des Buches zu diesem Thema aber streift "Id." gerade mal. Das verwundert um so mehr, als es sich ja um ein "materialreiches", 424 Seiten starkes Werk handelt, wie wir immerhin lesen können, und der Rezensent einen darin enthaltenen "ethnomethodologischen Bericht" sogar "besonders aufschlussreich" findet. - Inwiefern denn nur?, möchte man fragen.
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