Ethel Matala de Mazza (Hg.), Clemens Pornschlegel (Hg.)

Inszenierte Welt: Theatralität als Argument literarischer Texte

Ergebnisse e. Kolloquium in München, 2001
Cover: Inszenierte Welt: Theatralität als Argument literarischer Texte
Rombach Verlag, Freiburg 2003
ISBN 9783793093497
Kartoniert, 328 Seiten, 52,20 EUR

Klappentext

Literarische Texte beschreiben nicht einfach die Welt, wie sie ist oder sein sollte. Sie entfalten komplexe Szenen, an die man sich wie an Traumbilder erinnert - Gottfried Kellers Pankraz, der reglos vor dem Löwen steht, Kleists Bettelweib, das durch den Saal humpelt. Es sind Inszenierungen der Wirklichkeit, in denen Welt als ein Gewebe aus Zeichen und Bedeutungen anschaulich wird. "Theatralität" im Sinne reflektierter szenischer Gestaltung des Wirklichen ist eine zentrale Kategorie literarischer Darstellung. Der vorliegende Band untersucht die Theatralität literarischer Texte anhand konkreter Fallstudien. Die Aufsätze zu Werken von Denis Diderot, Ludwig Christoph Heinrich Hölty, Heinrich von Kleist, E.T.A. Hoffmann, Gottfried Keller, Theodor Fontane, Arthur Schnitzler, Hugo von Hofmannsthal, Robert Walser, Franz Kafka, Ralph Ellison und BothoStrauß greifen kulturwissenschaftliche und semiotische Theorien auf und machen sie für die Texthermeneutik fruchtbar.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.06.2004

Was ist das Theatralische an der Literatur? Nun, wie alle anderen Ausdrucksformen auch tritt sie auf, inszeniert (sich), setzt (sich) in Szene. Oder, um mit dem Rezensenten Ralf Berhorst aus dem besprochenen Band zu zitieren, Theatralität in der Literatur liegt dort vor, "wo Zeichen in ihrer Abständigkeit von der Wirklichkeit als Zeichen ausgestellt werden und ihr eigenes Zeichen-Sein exponieren". In zwölf Aufsätzen wird also Literatur von Hölty bis Botho Strauß darauf untersucht, wie sie sich "als Darstellungsmedium selbst in Szene setzt" - Berhorst hat sie mit großem Erkenntnisgewinn gelesen und vergibt das Prädikat "vorzüglich".

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