Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.01.2003
Der französische Theologe, Philosoph, Historiker und Geschichtstheoretiker Michel de Certeau erfuhr spät erst Anerkennung in seinem Heimatland. In Großbritannien hat man den Jesuiten und Lacanianer inzwischen als Vorkämpfer der "Cultural Studies" entdeckt: was allerdings, wie der Rezensent Urs Hafner betont, auf einer recht selektiven Lektüre seines sehr diversen Werks beruht. Das vorliegende Buch, entstanden als Dissertation, ist nun die erste deutschsprachige Monografie zum hierzulande fast nicht übersetzten und folglich weitgehend unbekannten Werk de Certeaus. Es konzentriert sich auf die Frage, wie Glauben in der säkularisierten Moderne noch möglich sein kann. Den Rat an die Theologie, sich auf die Suche nach einer "neuen, mystischen Sprache" zu begeben, vernimmt Hafner mit Skepsis. Der Band wird dennoch als "fundiert" gelobt.
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