Jürgen Manemann

Rettende Erinnerung an die Zukunft

Essay über die christliche Verschärfung
Cover: Rettende Erinnerung an die Zukunft
Matthias Grünewald Verlag, Mainz 2005
ISBN 9783786725473
Kartoniert, 100 Seiten, 12,80 EUR

Klappentext

Unsere Zeit ist durcheinandergewirbelt von Auflösungsprozessen und besessen von der Suche nach einem neuen Fundament für die Zukunft. Ihre Signatur ist zudem der Abschied vom Glauben an den einen, einzigen Gott. Deshalb gilt es gerade jetzt, mit geschärft er Aufmerksamkeit nach dem Glutkern und der innersten Bedeutung des Christlichen zu fragen. Die Suche nach solch christlicher Verschärfung ist ein Wagnis, das in die Ungewissheit führt. Genau darin besteht der Hauptmangel des gegenwärtigen Christentums: Dass es dieser Herausforderung ausweicht, die Wirklichkeit vergöttert und die Menschen um den Sinn für ihre alternativen Möglichkeiten bringt. Gerade weil die gesuchte Zukunftsfähigkeit auf den Schultern einer reichen Tradition steht, plädiert der Autor leidenschaftlich für eine Theologie, die die LeserInnen von der kirchlichen Nabelschau befreien kann, indem sie ihrem Auftrag gerecht zu werden versucht, von Gott in dieser Zeit zu reden.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.03.2005

Zur Provokation wild entschlossen lässt der Erfurter Theologe Jürgen Manemann im Untertitel-Schlagwort von der "christlichen Verschärfung" ein Wort des furchtbaren Juristen Carl Schmitt anklingen. Wie dieser wendet er sich gegen die Lauen im Geiste, umgemünzt auf die heutige Situation. Das Buch versteht sich als Pamphlet gegen die Aushöhlung des Monotheismus durch allerlei Aufweichungen der Kernbotschaft des Christentums. Die sieht Manemann - und da ist er von Schmitt, beruhigt sich der Rezensent Uwe Justus Wenzel, dann doch weit entfernt - im "Eingedenken fremden Leids" und in der "Feindesliebe". Ob das Christentum, so verstanden, freilich noch zu retten ist, das lässt das Buch ausdrücklich offen. Der Rezensent deutet Skepsis gegenüber dem Gestus des Ganzen mit der etwas gewundenen Formulierung, es handle sich um einen "provozieren wollenden" Text, wenigstens an.