Club of Rome (Hg.), Wuppertal Institut (Hg.)

Earth for All Deutschland

Aufbruch in eine Zukunft für Alle. Wie wir soziale Gerechtigkeit und Klimakrise überzeugend lösen und Wohlstand erhalten
Cover: Earth for All Deutschland
oekom Verlag, München 2024
ISBN 9783987261114
Gebunden, 280 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Inmitten zahlreicher Krisen und verschärfter gesellschaftlicher Debatten verlieren gerade viele Menschen die Hoffnung auf eine gute Zukunft. Wir scheinen vor einer riskanten Wahl zu stehen: Retten wir die deutsche Wirtschaft, sorgen wir für ein auskömmliches Leben für alle, oder verhindern wir gerade noch die Klimakatastrophe? Ein Team renommierter Expert*innen des Club of Rome und des Wuppertal Instituts widerlegt diese Scheinalternativen. Ein gutes Leben für alle mit weniger Ausbeutung von Menschen und Natur ist möglich. Basierend auf umfangreichen Daten und Modellierungen entwerfen sie zwei Zukunftsszenarien für Deutschland: einen fatalen Weg des "Weiter so" oder mutige, echte Veränderungen. Ihre Botschaft ist klar: Soziale Fortschritte und Nachhaltigkeit können sich gegenseitig verstärken. Nur wenn wir sie gemeinsam anpacken, werden wir wirksame Lösungen entwickeln, die alle mitnehmen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 08.02.2025

Deutschland hat bei den Nachhaltigkeitszielen der UN kaum einen Fortschritt erreicht: Das ist der Ausgangspunkt für dieses Buch, das von Expertinnen und Experten des Club of Rome und des Wuppertal Instituts verfasst wurde, hält Rezensentin Annette Jensen fest. Statt die Flinte ins Korn zu werfen, wollen sie aufzeigen, dass in den fünf Bereichen, die sie sich vornehmen, doch Veränderung möglich ist: Da Armut und Ernährung beispielsweise eng zusammenhängen, lernt Jessen, ist es nötig, ein "systemisches Vorgehen" anzupeilen. Wie das genau aussehen soll, ist nicht definiert, aber ein "Sozialcheck" soll die gesellschaftliche Verträglichkeit mit den Schritten hin zu einer (klima)gerechteren Welt sicherstellen, erfahren wir. Für die Kritikerin ein anregendes Debattenbuch.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.01.2025

Inhaltlich ist Rezensent Fred Luks zu weiten Teilen einverstanden mit diesem Buch, dessen Rhetorik ihm allerdings nicht zusagt. Der Club of Rome legt in Zusammenarbeit mit dem Wuppertal Institut eine Krisendiagnose für Deutschland vor, die auf die Notwendigkeit diverser politischer Neuorientierungen hinausläuft. Dass das Buch sich nicht nur auf ökologische Themen wie die Energiewende beschränkt, sondern auch soziale Themen anspricht und insgesamt Wechselwirkungen zwischen Wirtschaft, Ökologie und Sozialem in den Blick nimmt, gefällt Luks. Doch gerade wenn man von der Wichtigkeit solcher Gedanken überzeugt ist, sollte man sie anders kommunizieren, findet Luks, dem das Buch reichlich großsprecherisch und weltfremd erscheint, etwa wenn es einen "großen Sprung" fordert, was ans maoistische China erinnert. Allzu grob gezeichnet sind die Zukunftsszenarien, die dieses Buch ausmalt, findet der Rezensent, einerseits ist von der goldenen, kollaborativen Zukunft des großen Sprungs die Rede, andererseits von einer kapitalistischen Hölle, die droht, wenn zu wenig zu spät getan wird. Ein realistischerer Blick auf gesellschaftliche Verhältnisse wäre angezeigt, argumentiert Luks im Anschluss an Thesen Armin Nassehis, sowie eine Agenda, die eher auf Suchbewegungen und ein Zusammenspiel diverser zivilgesellschaftlicher Akteure setzt, als auf einen politisch verordneten Megaentwurf. Ein Buch, das trotz richtiger Analysen unsere Gegenwart verfehlt, so das Resümee.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 19.11.2024

Überlebenswichtig findet Rezensentin Dagmar Röhrlich dem vom Club of Rome und dem Wuppertal Institut verfassten Band. Die Autoren stellen die aktuellen Krisen nicht isoliert, sondern als vernetzte Herausforderung dar, erklärt die Rezensentin. Dass Kriege, Klimawandel, Ressourcenknappheit, soziale Ungleichheit und Pandemien im Buch als Chancen zu handeln und zu verändern begriffen werden, findet Röhrlich sinnvoll. Die Kettenreaktion einer Transformation, die die Autoren anhand von Stichpunkten wie Mobilitätswende, Steuerreform und Umstieg auf Erneuerbare skizzieren, leuchtet der Rezensentin ein und macht ihr Hoffnung.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2024

Rezensent Lukas Fuhr liest den vom Club of Rome und dem Wuppertal Institut herausgegebenen Band zur Weltverbesserung in den Grenzen Deutschlands und reibt sich verwundert die Augen. Dass die Autoren sich Maos Wort vom "großen Sprung nach vorne" bedenkenlos aneignen, um zu erläutern, wie eine Wende in vielen Bereichen unser Leben und das der anderen verbessern soll, ist dabei für Fuhr nur einer der Stolpersteine im Buch. Ein anderer ist die dürre politische Beschreibungslage in den Texten, die das Wende-Modell nur unzureichend stützen, wie Fuhr findet. Naiv findet er die Autoren, wenn sie hoffen, Reiche würden ihre Verantwortung schon noch erkennen und gern höhere Steuern zahlen, märchenhaft erscheint ihm manche der eingestreuten Geschichten, etwa die von dem hartgesottenen Rassisten, der in der skizzierten besseren Welt Möbel restauriert und dunkelhäutigen Männern Unterschlupf gewährt.

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