Achim Wambach analysiert die unterschiedlichen Maßnahmen der Klimapolitik und die Marktmechanismen, die dahinter wirken - manchmal gegenteilig oder ganz anders als von der Politik beabsichtigt oder den Verbrauchern erwartet. Dabei kommt er zu überraschenden Ergebnissen: Solaranlagen können wirtschaftlich sinnvoll sein, nicht aber klimapolitisch. Und der Bezug von Ökostrom bewirkt keinen CO2-Rückgang, weniger Autofahren hingegen schon, zumindest aktuell noch. Der Volkswirt macht deutlich, dass wir den Klimaschutz umstellen müssen: weniger moralische Appelle an den Einzelnen und sein schlechtes Gewissen, dafür bessere politische Rahmenbedingungen und mehr Vertrauen in Märkte, die dazu führen, dass Klimaschutz sich wirtschaftlich lohnt.Achim Wambachs Buch lichtet das undurchsichtige Gewirr klimapolitischer Einzelmaßnahmen und gibt der Leserin und dem Leser Kriterien an die Hand, um zu bewerten, was dem Klima wirklich nützt.Ein ökonomisch-ökologischer Kompass in der Klimapolitik.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.08.2022
Rezensent Tillmann Neuscheler lernt mit dem Buch des Ökonomen Achim Wambach allerhand über die Mechanismen des wettbewerblichen Klimaschutzes, des Emissionshandels und der Bedeutung des Einzelnen im Klimaschutz. Letztere wird zum Beispiel überschätzt, erfährt Neuscheler bei Wambach, wichtiger sei eine vernünftige Klimapolitik der Regierungen, zum Beispiel eine Straßenmaut und Radschnellwege. Dass Ökostrom und Solardächer eine feine Sache, aber wenig effektiv sind als Maßnahmen gegen den Klimawandel, muss Neuscheler erst einmal verdauen. Die "Ökonomie des Klimaschutzes", wie der Autor sie verhalten optimistisch lehrt, möchte der Rezensent jedem Leser ans Herz legen.
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