Clemens J. Setz

Der Trost runder Dinge

Erzählungen
Cover: Der Trost runder Dinge
Suhrkamp Verlag, Berlin 2019
ISBN 9783518428528
Gebunden, 320 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Ein elsässischer Soldat im Ersten Weltkrieg entdeckt am Nachthimmel das Sternbild des Großen Burschen, das so schauderhaft ist, dass er niemandem davon erzählen kann. Ein junger Mann, der sich in die blinde Anja verliebt hat, muss feststellen, dass ihr Apartment von oben bis unten mit Beschimpfungen bekritzelt ist. Marcel, sechzehn Jahre alt, hinterlässt auf der Toilettenwand eines Erotiklokals seine Handynummer und den Namen Suzy. Familie Scheuch bekommt eines Tages Besuch von einem Herrn Ulrichsdorfer, der vorgibt, in ihrem Haus aufgewachsen zu sein, und einen Elektroschocker unter seinem geliehenen Anzugjackett verbirgt.Das ganz und gar Unerwartete bricht in das Leben von Clemens J. Setz' Figuren ein.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.02.2019

Paul Jandl kennt den Kosmos des Clemens J. Setz bereits gut. Wenn Setz in einer seiner Erzählungen eine Poetologie unterbringt, in der es um die spielerischen Möglichkeiten der Figuren geht, wundert das Jandl nicht groß. Auch mit Synästhesie und Realitätsverschiebungen kennt er sich aus, und findet ihr Vorkommen bei Setz manchmal schon seriell oder kindisch. Dass die Texte um Zwangsstörungen unter Kellnern, Krankenpflegerinnen und Hausmeistern aber auch komisch und oft von großer Zartheit sind, schätzt Jandl dagegen sehr. Und runde Dinge schaut er künftig ganz anders an, als hause darin unsere Seele.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.02.2019

Birthe Mühlhoff lernt in den Erzählungen von Clemens J. Setz den befriedenden Anblick von Auberginen und Obst kennen und schätzen. Auch wenn die synästhetische Wahrnehmungsweise und der Vergleichsfuror des Autors ihr mitunter zu viel werden, im Nachhinein beglückt, was man liest, versichert Mühlhoff. Dass Setz die kurze Form am besten steht, scheint ihr hingegen absolut zweifelsfrei. Und wie Setz in diesen Geschichten das Faszinierende am Gewöhnlichen und nicht allzu Gewöhnlichen (Aufregung um ein Klassenfoto, Angststörungen und Sex mit Komatösen) herauspräpariert, findet die Rezensentin einfach hinreißend.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 07.02.2019

"Verzweifelt lebendig", voller Witz, Tragik und Trost, erscheint Rezensentin Juliane Liebert dieser Band mit neuen Erzählungen von Clemens J. Setz. Zwar möchte sie das "feuerfreudige neuronale Prosanetzwerk" nur Lesern mit soliden Nerven empfehlen, diese aber werden viel Freude haben an den überdrehten Sätzen und "heißgelaufenen" Alltagsgrotesken, versichert die Kritikerin. Wenn sie hier erfährt, wie Spinnen schmecken, Kinder zu Automaten transformiert werden oder alleinerziehende Väter Panikattacken erleiden, bewundert sie bei aller Exzentrik doch die Klarsicht des Autors. Statt der "sperrigen Avantgarde" eines Joyce' bekommt der Leser hier "akustische Sensibilität" geboten, versichert sie.

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