Vom Prager Frühling über den Mauerfall bis zur Finanzkrise und der Fußballmeisterschaft. Verdichtet im Mikrokosmos einer Firmengeschichte entfaltet Klaus Merz die Kulisse der letzten fünf Jahrzehnte und erzählt wie beiläufig auch vom eigenen "in der Welt sein". Es klingt alles ein wenig anders und doch vertraut in der "firma" - in diesem Eindruck wandert man an der Hand des Autors in den zweiten Teil des Buches. In Form von Gedichten führt Merz darin hoch "Über den Zaun hinaus": Ins Tiefe, ins Weite.
Carsten Otte zieht den Beistand der Sprache der Propaganda vor. Dementsprechend taugt ihm der neue Band von Klaus Merz als Hausmittel gegen Hasstiraden und Belanglosigkeit. Wie der Autor lyrisch minimalistisch eine Unternehmensgeschichte zwischen 1968 und 2018 "bilanziert", scheint Otte bemerkenswert. Firmenfeste, Weltpolitik und Liebe kommen vor in dieser gebundenen, schnörkellosen Kurzprosa, die durchaus autobiografisch zu lesen ist, wie Otte erläutert, und zwar als "Firmengeschichte" des Schriftstellers Klaus Merz.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 31.01.2019
Für den Rezensenten Roman Bucheli besteht die Kunst des Dichters Klaus Merz in der Fähigkeit, die Dinge in der Schwebe zwischen dem Hüben und Drüben zu halten, zwischen Leben und Tod. Beglückend findet er die weitgehend unverkrampfte, beiläufige Art, mit der in diesen Prosagedichten die Dinge ins Schwingen gebracht werden. Firmen- und Zeitgeschichte scheinen laut Bucheli in Bildern auf, die bleiben. Wenn das Ungewisse ins Leben tritt, scheint ihm der Autor zur Stelle mit den richtigen Worten.
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