Aura Xilonen

Gringo Champ

Roman
Cover: Gringo Champ
Carl Hanser Verlag, München 2019
ISBN 9783446260009
Gebunden, 352 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Susanne Lange. "Hirnverbranntes Stück, lies gefälligst was, wenigstens die Klappentexte, damit du weißt, worum es verdammt noch mal geht, und du ein fokkin Book verkaufen kannst!" So fährt der Chef Liborio an, der sich als illegaler Buchhändler, Tagelöhner und Sparring-Boxer über Wasser hält. Er musste Mexiko verlassen, wie Tausende andere unbegleitete Jugendliche gelangte er endlich ins "Gelobte Land". Jetzt erzählt er uns seine verrückte Geschichte, wie er es am Ende schafft, ein Gringo Champ zu werden.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.03.2019

Aura Xilonen schreibt nicht, erklärt Rezensent Roman Bucheli. Sie singt, sie flucht, sie "jubelt und jammert", sie improvisiert, so Bucheli, und lässt damit eine wort- und klangmächtige Wort-Sinfonie von "urwüchsiger Schönheit" entstehen, die weder den Pathos scheut, noch die sprachliche Derbheit und dabei trotzdem so unangestrengt bleibt, so natürlich, dass es die reinste Freude ist, ihr zu lauschen. Die Geschichte, die sie erzählt ist die einer ständigen Verwandlung, eines Scheiterns, auf das stets die Wiederauferstehung folgt. Liborio hat es geschafft, aus Mexiko in die USA zu fliehen, lesen wir. Hier jedoch erwartet ihn tägliche Erniedrigung in Form von Schlägen und Missbilligung. Doch Liberio schlägt zurück, denn schlagen, das kann er. Irgendwann findet er einen Job im Buchladen. Er beginnt zu lesen und begreift bald: Das Leben in den Büchern ist ein anderes als das Leben, das er kennt. Doch hier muss Aura Xilonen ihm widersprechen, nämlich indem sie einen Roman über genau dieses Leben schreibt, über ihn, den "Gringo Champ", erklärt der Kritiker. Was dabei entsteht, ist eine Geschichte über Gewalt, die sich in die Sprache einschreibt, aber auch über Hoffnung, über das Aufstehen, so der hingerissene Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.03.2019

Rezensent Nicolas Freund hat offenbar größten Respekt vor Übersetzerin Susanne Lange, der in seinen Augen die fast unmögliche Aufgabe geglückt ist, Aura Xilonens Debütroman "Gringo Champ" angemessen ins Deutsche zu übertragen. Wie Freund findet, ist die Kunstsprache zwischen archaischem Literaturspanisch, popkulturellem Amerikanisch und folkloristischem Mexikanisch, der sich Xilonen bedient, um die Geschichte eines illegalen mexikanischen Einwanderers in die USA zu erzählen, der in einem Buchladen an der Grenze arbeitet, das Wichtigste an diesem Roman: Dem zutiefst beeindruckten Kritiker zufolge zeigt sie, dass "Grenzen nicht nur trennen, sondern wie aus ihnen Neues entstehen kann".
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Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 12.02.2019

Dirk Fuhrig bemüht sich um Wohlwollen und attestiert dem Debüt der mexikanischen Autorin Aura Xilonen eine jugendliche Frische. Ansonsten kann er nicht viel finden an dieser Geschichte von einem jungen Mexikaner, der in die USA flieht, sich mit seinen harten Fäusten zum Champion hochboxt und in einer Buchhandlung zugleich die Klassiker der Weltliteratur entdeckt. Da stecken jede Menge Klischees drin, seufzt Fuhrig, den auch die Keuschheit wundert, mit der Xilonen ihre im Boxer und Prostituiertenmilieu angesiedelte Liebesgeschichte erzählt.
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