Cihan Acar

Hawaii

Roman
Cover: Hawaii
Hanser Berlin, Berlin 2020
ISBN 9783446265868
Gebunden, 256 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Es sind die heißesten Tage im Jahr, Hundstage, die, so glauben manche, schweres Unheil bringen. Kemal Arslan läuft durch Heilbronn, ein Fußballstar, der nach einem Unfall seine Karriere beenden und von vorn anfangen muss. Unbeteiligt steht er auf einer türkischen Hochzeit herum, geht in ein Striplokal und ins Wettbüro, gerät mitten hinein in eine Straßenschlacht zwischen Rechten und Migranten, trifft seine Exfreundin Sina und besucht seine Eltern, die, wie die meisten Türken der Stadt, in Hawaii wohnen, einem Problembezirk mit heruntergekommenen Hochhäusern und rauem Straßenleben, der rein gar nichts mit dem Urlaubsparadies gemeinsam hat. Cihan Acar erzählt von zwei Tagen und drei Nächten eines jungen Mannes, in denen er alle Stadien von Illusion, Sehnsucht und Einsamkeit durchquert. Ein Buch über all die Heimatlosen, Nachtgestalten und Romantiker, die im Dazwischen leben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.05.2020

Rezensentin Anna Vollmer hält Cihan Acars Debütroman für eine lohnende Lektüre. Allein der Handlungsort, ein Problemviertel in Heilbronn, scheint ihr außergewöhnlich und interessant. Die Geschichte um einen jungen Heilbronner mit türkischen Wurzeln, der seine Heimat nach einem Ausflug in die türkische Fußballliga nicht wiedererkennt, weil Migrantenhass und türkische Mafia das Viertel fest im Griff haben und die Freundin einen anderen liebt, schätzt Vollmer für das Lokalkolorit aus Knorr-Suppengeruch, Kneipen und Ganoven wie für einen Protagonisten, der zwischen allen Stühlen zu sitzen scheint und mit den diversen alltäglichen Zuschreibungen der Anderen zu kämpfen hat. Letzteres beschreibt Acar sehr treffend, meint Vollmer.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.02.2020

Rezensent Christoph Schröder empfiehlt Cihan Acars Debüt als schlüssige Deutschland-Momentaufnahme. Die Geschichte eines jungen Deutschtürken während einiger heißer Tage im anti-migrantisch bewegten Heilbronn erzählt der Autor laut Schröder mit viel Sinn für Milieus, Fronten, Soziolekte, Reibungen, Zweifel und Erwartungshaltungen, aber auch für Komik. Dass Acar nicht so sehr nach der Pointe oder nach Authentizität schielt, sondern seine aufeinander zurasenden Figuren differenziert und in aller Widersprüchlichkeit zeichnet, gefällt Schröder gut.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de