Funny van Money

This is Niedersachsen und nicht Las Vegas, Honey

Auf Tabledance-Tour durch die Republik
Cover: This is Niedersachsen und nicht Las Vegas, Honey
Hanser Berlin, Berlin 2012
ISBN 9783446240339
Gebunden, 224 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Funny ist der Meinung, dass sie nicht viel zu verlieren hat im Leben, außer Langeweile und ihren Bafög-Anspruch. Leider ist der vor kurzem erloschen. Mit der Entscheidung, als Stripperin ihr Geld zu verdienen, entsteht ein hardknockin' Gonzo-Abenteuer, bei dem sie sich selbst genauso konsequent beobachtet, wie die, die sie beim Ausziehen beobachten. Mit unverwüstlichem Humor gibt sie den hohen Unterhaltungswert der Tabledance-Branche sowie deren Abgründe wieder. Dabei agiert Funny weder als betroffene Rotlichtbekennerin noch als milieuromantische Geschichtenerzählerin. Sie verkörpert einen easy-going Postfeminismus, der einen unvoreingenommenen Blick in eine Welt jenseits des Ausbildungsförderungsgesetzes erlaubt.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 29.11.2012

Eine dringende Empfehlung, das Titelblatt in den Wind zu schlagen, gibt Rezensentin Nikola Helmreich aus. Hinter dem kitschig-marktschreierischen Buchumschlag verbirgt sich nämlich durchaus eine "kluge Feldstudie der Tabledance-Szene" in Deutschland, versichert die Rezensentin. Es ist der Bericht einer Studentin, die sich ihr Kulturwissenschaftsstudium durch Tabledance finanziert und das nicht aus irgendeiner Opferperspektive heraus, sondern mit schwarzem Humor und kluger Reflexion, wie Helmreich lobt. Da hätte es die in ihren Augen den Schwung des Textes eher bremsenden Rückgriffe auf Theorien Freuds oder Kants wirklich nicht gebraucht.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 10.10.2012

Von Titel und Cover lasse man sich bitte nicht abschrecken, mahnt Margarete Stokowski, die hinter dem abschreckenden Äußeren eine spannend zu lesende Schilderung der Arbeit der Autorin als Tabledancerin zur Studienfinanzierung gefunden hat. Vom derzeit boomenden "Sexarbeit neben dem Studium"-Genre grenzt die Rezensentin das Buch allerdings schon deshalb ab, weil Funny van Money zum einen offenbar kein Opfer drastischer Ausbeutungsverhältnisse wurde und zum anderen ein recht nüchternes Verhältnis zu ihrer Tätigkeit aufweist: Ein Nebenjob wie jeder andere (auch wenn die Rezensentin hier nicht unumwunden zur Zustimmung bereit ist). Darin erkennt Stokowski fast "eine Art Feldstudie", zumal die Autorin sich und ihr Umfeld stets genau im Blick hat.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.08.2012

Jan Füchtjohann kann sich, wie man spürt, für die "eiskalte Rechenmaschine", als die sich die unter dem Pseudonym Funny van Money schreibende Autorin in ihren Table-Dance-Memoiren gibt, nicht wirklich erwärmen. Wenn sie mit allerlei Geschichten aus der Animierdamenszene  aufwartet, feministische Theorie anbringt und nebenbei die Opfer-These vom Tisch wischt, wirkt der Rezensent mäßig interessiert. Irgendwie schofelig findet er aber, dass die Zweitvermarktung der Karriere auf dem Buchmarkt nicht mitreflektiert wird, und auch die im Kontrast so gar nicht "abgeklärte" Liebesgeschichte, die die Autorin auch noch einflicht, kann ihn nicht wirklich fesseln.
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