Christoph Türcke

Mehr!

Philosophie des Geldes
Cover: Mehr!
C. H. Beck Verlag, München 2015
ISBN 9783406674570
Gebunden, 490 Seiten, 29,95 EUR

Klappentext

Christoph Türcke geht den archaischen Ursprüngen des Geldes nach und entwickelt eine historisch-philosophische Genealogie, die von den sakralen Anfängen bis in die Gegenwart reicht. Detektivisch legt er offen, wie es zur "Plusmacherei" und wie es zur Münze kam. Er stellt das kapitalistische Geldsystem ebenso auf den Prüfstand wie seine sozialistischen Überwindungsversuche und die Hoffnungen auf einen geldlosen Zustand. Im Geld steht die Welt Kopf. Seine ungeheure Faszinationskraft und Dynamik sorgen dafür, dass es zusehends in nichtmonetäre Räume eindringt und sie umkrempelt. Geld besetzt unsere Wünsche und Gedanken - und das keineswegs erst seit der Einführung der Münze oder gar dem Beginn des neuzeitlichen Geldumlaufs. Dennoch ist nicht ausreichend geklärt, was Geld ist - weil nie radikal genug danach gefragt wurde, wo es herkommt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.09.2015

Rezensent Hans Berhard Schmid ärgert sich über das Missverhältnis von Anpreisung und Inhalt bei diesem Buch von Christoph Türcke. Eine radikale Geschichte des Geldes, eine gänzlich neue gar, kann ihm der Autor leider nicht bieten. Das lässt den Rezensenten schon ein Blick in das Literaturverzeichnis ahnen, wo von einem tatsächlich etablierten Forschungsfeld nichts zu entdecken ist. Schmid fürchtet, der Autor habe wichtige Studien schlicht ignoriert. Wozu Türcke in seinem Text zu den Urmenschenhorden und Opferriten zurückgeht, leuchtet Schmid auch nicht ein. Der Gegenwartsdiagnose des Geldes dient es seiner Meinung nach jedenfalls nicht. Kritik übt er auch an den Voraussetzungen der Arbeit. Weshalb die Frage, was Geld ist, ausgerechnet durch eine zudem westlich orientierte Geschichte des Geldes zu klären sei, darüber, so Schmid, schweigt sich der Autor aus. Der flotte Stil des Buches versöhnt ihn ein bisschen mit dem Projekt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 31.07.2015

Das Thema Finanzpolitik veranlasst Dirk Pilz zunächst zu eigenen Überlegungen; er blickt zurück auf den Sieg des neoliberalen Marktweltbilds mit seinen selbstregulierenden Kräften. Christoph Türckes "Philosophie des Geldes" findet der Kritiker fulminant, sie überrascht ihn mit ihrer These vom Ursprung des Geldes als kultischer Opfergeschichte. Finanzgeschäfte seien laut Türcke letztlich Ersatzhandlungen für Menschenopfer. Je weiter der Autor zurückblicke in der Geschichte, so Pilz, desto abwegiger müsse dem Leser der Glaube an die Unumstößlichkeit des globalen Kapitalismus erscheinen. Diese Gedanken empfindet der Kritiker als "ungemein aufschlussreich" und freut sich in seinem Resümee über "ein Plädoyer für Pragmatismus mit historischer Tiefenkenntnis".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.03.2015

Mit großem Interesse hat Rezensent Burkhard Müller Christoph Türckes "Philosophie des Geldes" gelesen, die ihm manch ebenso gewagten wie überraschenden Einblick gewährt. Der Leipziger Philosoph datiere die Anfänge des Geldes etwa in der Praxis des Opfers, liest der erstaunte Kritiker: Vom anfänglichen Menschenopfer über tierische Opfergaben sei man schließlich zu einem leichter entbehrlichen Objekt gewechselt. Auch Türckes bisweilen durchaus spekulativen Gedanken kann der Rezensent angesichts der dürftigen Quellenlage gut folgen - nicht zuletzt dank überzeugender Begründungen. Insbesondere lobt der Kritiker die Originalität dieser Geldtheorie, die Psychoanalyse, politische Ökonomie und Theologie gekonnt verbindet. Dieser faszinierenden Lektüre - auch im Hinblick auf die Zukunft des Geldes -  verzeiht der Rezensent auch gerne die ein oder andere Unklarheit.
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