Dieter Schnaas

Kleine Kulturgeschichte des Geldes

Cover: Kleine Kulturgeschichte des Geldes
Wilhelm Fink Verlag, München 2010
ISBN 9783770550333
Gebunden, 188 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Warum schlägt uns das Geld so sehr in seinen Bann? Der Zauber des Geldes - eine dämonische Macht? Kurz und prägnant erzählt uns Dieter Schnaas vom Mysterienspiel des Geldes seit seiner "Erfindung" vor mehr als 2700 Jahren. Von Sophokles und Aristoteles, über Shakespeare, Goethe, Novalis, bis hin zu Brecht und Enzensberger - keine gewichtige Stimme zum Thema Geld, die in dieser Kulturgeschichte nicht zu Wort kommt.
Die "Kleine Kulturgeschichte des Geldes" gliedert sich in drei große, aufeinander aufbauende Abschnitte. Zunächst erzählt uns der Autor vom "Zauber des Geldes", dann von der "Natur des Geldes", "Der Preis des Geldes" beschließt das Buch. Schnaas zeigt seinen Lesern, wie sich das Geld vom ursprünglichen, universellen Symbol der Hin-Gabe an Gott über Münzen, Wechsel, Papiergeld bis hin zum Kreditwesen nach und nach in eine Fiktion verwandelt. Das Ergebnis: eine Geld-Welt-Moderne, deren wahres Gesicht eine religiös fundierte Pumpwirtschaft ist.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.11.2010

Respekt vor der Kürze hat Rezensent Daniel Jütte. Was der Autor alles in grad mal 190 Seiten packt! Eine Kulturgeschichte des Geldes soll es sein, aber auch ein Hintergrundbericht zur Bankenkrise, historisch geordnet und mit jeder Menge Sachkenntnis geschrieben. So weit, so gelungen, findet Jütte. Sogar zu einleuchtender Kritik an gesamtgesellschaftlichen Haltungen und Sichtweisen zum und auf den Mammon ist Raum, staunt er. Dann stutzt er allerdings. Nämlich, wenn Dieter Schaas dem Geld gar ein befriedendes Talent und dem Kapitalismus selbstreinigende Kräfte attestiert. Zur Herausforderung wird die Lektüre aber durch etwas anderes. Die laut Jütte eigentlich recht scharfsinnigen Beobachtungen und Schlüsse des Autors nämlich werden im Buch offenbar durch eine Pointen- und Metaphernschleuse geschickt. Was da hinten raus kommt, erscheint dem Rezensenten wirklich schwer bis un-genießbar.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.10.2010

Dies Buch zeugt, wie Rezensent Thomas Thiel versichert, von der "Gelehrtheit" seines Autors. In einem beeindruckenden Gewaltritt folge er der Geschichte des Geldes durch die Jahrhunderte. Auch an der Thesenfreudigkeit des Verfassers könne es keinerlei Zweifel geben. Explizit wendet sich der Wirtschaftjournalist Dieter Schnaas gegen liberale Markttheorien und insistiert stattdessen auf dem religiösen Grundcharakter des Geldes. Thiel bescheinigt dem Autor so manches: "Sprachgewalt" nicht zuletzt. Allerdings will ihm die These vom Geld als "gottgleichem Akteur" in letzter Instanz doch etwas zu "forciert" vorkommen. Und worauf das ganze hinausläuft, das gefällt dem Rezensenten schon gar nicht: Es bleibe da nämlich der recht ungebrochene Glaubt an den "mit sich selbst identischen Verbraucher", der die Dinge schon mit Augenmaß und Wissen um seine eigenen Interessen zu regeln versteht.