Christiane Schulzki-Haddouti

Datenjagd im Internet

Eine Anleitung zur Selbstverteidigung
Cover: Datenjagd im Internet
Rotbuch Verlag, Hamburg 2001
ISBN 9783434530893
Taschenbuch, 270 Seiten, 14,32 EUR

Klappentext

Wer im Internet surft, hinterlässt Spuren. Cookies registrieren Klicks, merken sich die Nummer des Computers. Aus einer Datenspur entsteht schon bald ein Nutzerprofil und je detaillierter das Profil einer Person, desto wertvoller ist es. Die direkte Kundenansprache gilt als das Marketingmodell der Zukunft. Schon heute sind die bekanntesten Suchmaschinen in einem Werbenetz eingebunden, ohne jedoch die Nutzer darüber zu informieren. Trotz Datenschutzrichtlinie sind europäische Bürger vor rücksichtslosen Sammelmethoden nicht geschützt. Schon gibt es eine Diskussion in der globalen Netzgemeinde: Verständlich und ohne technischen Jargon zeigt die Autorin die wichtigsten Entwicklungen von Datenerhebung und Datenschutz.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.12.2001

Cornelia Vismann nutzt die Einleitung ihrer Besprechung erst einmal dafür, die neuesten Gesetze zur vermeintlichen Stärkung der inneren Sicherheit zu geißeln. Was dabei heraus kommt, meint sie, sind "staatliche Überwachungstechniken, die Stück für Stück klassische Freiheitsgarantien tilgen." Dann schlägt Vismann jedoch den Bogen zum vorliegenden Buch, in dem es um Bedrohungslagen im Internet geht. Gelobt wird die "Sachlichkeit" der Autorin, es geht ihr, so Vismann, um nichts anderes als darum, "ein genaues Bild von der Lage zu zeichnen". Komplexe Sachverhalte werden angenehm lesbar dargestellt. Es zeigt sich, dass die im Internet sich ausbreitenden "privatwirtschaftlichen Spionagesysteme" denen des Staates kaum nachstehen. Beschrieben werden Abwehrmöglichkeiten wie Firewalls, Anonymisierdienste etc. Genutzt werden diese jedoch wenig, zu unbequem und aufwendig sind sie. Ob Schulki-Haddouti weit genug blickt, scheint Vismann, bei allem Lob für die genaue Darstellung, fraglich. Noch das modernisierte Datenschutzrecht, so ihr kritisches Argument, gehört genau jenem Staat an, der so bereitwillig Freiheit gegen (vermeintliche) Sicherheit eintauscht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 12.11.2001

Obwohl das Buch "zahlreiche Fakten und Hinweise zum Thema Privatsphäre im Internet" liefert, ist es eher ein Überblick über mögliche Gefahren als eine wirkliche Anleitung zum Selbstschutz des Lesers, meint Rezensent Martin Klaus. Dennoch werde der Leser um einiges schlauer: Er erfahre zum Beispiel, dass "WAU" nicht das Bellen eines Hundes bezeichnet, sondern "Webzugriff anonym und unbeobachtbar", dass "Webbugs", also "Webkäfer", wenn schon keine realen, so aber auch keine virtuellen Tierchen sind, sondern dass sie vertrauliche Daten weiterleiten oder - ganz hinterhältig - ein auf den Internet-User zugeschnittenes Werbebanner einblenden können. "Cookies" sind keine leckeren Kekse, sondern eine Art Erkennungsdienst, der zum Beispiel einen Stammkunden im Online-Shop erkennt und ihm dann sofort einen teureren Preis als beim letzten Besuch auf der Seite vor die Nase hält, berichtet Martin Klaus. "Digitale Selbstverteidigung" ist angesichts der Horrorszenarien vom "gläsernen Kunden" also ein nicht zu vernachlässigendes Thema, meint Klaus.

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