20 Millionen Nutzer im deutschsprachigen Raum, 500 Millionen weltweit - das ist der Stoff, aus dem Facebook Milliarden macht. Und bereitwillig laden wir täglich Unmengen von privaten Fotos und Daten auf die Seiten. Hemmungslos betreibt das größte und erfolgreichste soziale Netzwerk die kommerzielle Verwertung der persönlichen Daten seiner Nutzer. Wollen wir diesen Preis wirklich zahlen? Sascha Adamek deckt auf, mit welchen Methoden ein als "soziales Netzwerk" getarnter US-Konzern die Welt erobert, wie Facebook und Twitter die Demokratie banalisieren und von Diktaturen ausgenutzt werden, warum die Freiheit des Internets oft eine vermeintliche ist.
Durchwachsen findet Rezensent Johannes Gernert diese kritische Auseinandersetzung mit dem sozialen Netzwerk Facebook von Sascha Adamek. Dass Facebook nicht nur ein Freundesnetzwerk, sondern auch ein Konsumentenverbund ist, dass der arglose Nutzer auf ihn zugeschnittene Werbung erhält, belegt der Autor seines Erachtens überzeugend. Die Recherchen Adameks scheinen ihm sehr solide, die Kommentierung der Ergebnisse allerdings oft zu "platt". Wenn der Autor im zweiten Teil des Buchs Facebook zudem mit nahezu allen Übeln der Welt wie Päderasten, Rechten, Menschenfeinden in Verbindung bringt, ist für Gernert ein Zusammenhang nicht immer ersichtlich. Vor allem stört ihn an dem Buch, dass Adamek die Verantwortung des Users fast ganz ausblendet und diesen primär als Opfer darstellt.
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