Juliane Streich (Hg.)

These Girls

Ein Streifzug durch die feministische Musikgeschichte
Cover: These Girls
Ventil Verlag, Mainz 2019
ISBN 9783955751180
Kartoniert, 344 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Vor 50 Jahren forderte Aretha Franklin "Respect", in den Neunzigern rebellierten die Riot Grrrls und heute vermarkten Superstars wie Beyoncé eine sexy Version des Feminismus. Die Charts sind voll mit weiblichen Stimmen, doch bleiben Festivalbühnen, Musikzeitschriften und Clubnächte männerdominiert. Dabei gibt es Role Models an jeder Ecke, in jedem Jahrzehnt, in dem Frauen zu Gitarre, Mikrofon oder DJ-Software griffen. Jede hat ihre eigenen Geschichten. Es geht um Selbstermächtigung, um Wut, um Gleichberechtigung, um Drugs and Rock'n'Roll, um Sex und Sexualität - und auch mal um Menstruation. Vor allem aber um Musik. Egal, ob Stimmen im Soul, Battles im Rap, Gitarrensoli im Rock, große Hits im Pop oder Tunes im Techno.
Ganze Enzyklopädien könnten mit herausragenden Musikerinnen und weiblichen Bands vollgeschrieben werden. Dieses Buch ist eher vergnügliche Lektüre als Lexikon, doch gibt es einen vielseitigen Einblick in die feministische Musikgeschichte. In rund 140 lehrreichen, kurzweiligen und persönlichen Texten schreiben Journalistinnen und Journalisten, Musikerinnen und Musiker, Fans und Freunde über Bands, die sie prägten, über Künstlerinnen, die den Feminismus eine neue Facette gaben, über Lieblingsplatten, Lebenswerke und Lieder, die sie mitgrölen - vom Klassiker bis zum Außenseitertipp.
Mit Texten über Edith Piaf, Aretha Franklin, Shangri-Las, Nico, Alice Coltrane, Yoko Ono, Marianne Rosenberg, Kate Bush, Bangles, Madonna, Kim Deal, Neneh Cherry, Lauryn Hill, Missy Elliott, Gustav, M.I.A., Lady Gaga, Shamila Woods, Lana del Rey und viele weitere Künstler*innen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 23.01.2020

Mit "These Girls" hat die Herausgeberin Juliane Streich eine, wie Rezensent Robert Mießner findet, längst überfällige Musikgeschichte aus feministischer Sicht vorgelegt. Angelegt wie in einem Personenlexikon und chronologisch geordnet stehen hier Musik-Ikonen wie Edith Piaf oder Nina Simone neben Punk-Legenden wie Wendy O. Williams, Superstars wie Madonna und Tic Tac Toe aber auch weniger beachteten, und dennoch ebenso einflussreichen Musikerinnen, etwa Pauline Oliveros, lesen wir. Gerade diese Diversität, diese großzügige Missachtung von Genregrenzen findet Mießner so erfrischend wie angemessen, denn schließlich gehe es hier um ein (Zitat Atlanta Ina Beyer:) "Wir das nicht eins ist". Die 140 Porträts verschiedener Bands und Musikerinnen, verfasst von ebenso unterschiedlichen AutorInnen sind vielfältig, ehrlich und vor allem "essentiell", so der begeisterte Rezensent, der schon gespannt auf eine Fortführung wartet.

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