Ein drittes Mal lässt Christian Moser die gesamte bunte Palette unserer komplex-komplizierten menschlichen Psyche in Form von Monstern aufmarschieren. Wir treffen komplett neue Monster wie den "Kleinen Zweifel" und seine Gehilfen "Wenn und Aber", die "Pfuscherei", den "Perfektionismus" und die "Sammelleidenschaft". Es geht um den großen Wurf, den Sinn des Lebens, die letzten Fragen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 31.03.2009
Zumindest textlich konnte diese Psychoratgeber-Persiflage die Rezensentin Katrin Hildebrand nicht überzeugen. Bereits zum dritten Mal, erfahren wir, hat der Autor Christian Moser eine Mischung aus psychologischem Lexikon und "verhaltener Satire" herausgebracht, aber dem von ihm karikierten Literaturzweig nähert er sich inhaltlich gefährlich an, meint Hildebrand. Die "Monster des Alltags", erfahren wir, sind menschliche Eigenschaften und Launen. Ungeduld, Langeweile oder Kennerschaft zeichnet Moser als monsterhafte Comic-Charaktere, deren prototypischen Eigenschaften in den dazugehörigen Texten erläutert werden. Diese haben die Rezensentin nun weder "auf bisher unerforschtes seelisches Terrain" führen noch ihr ein Schmunzeln entlocken können, weshalb Mosers Zustandsbeschreibungen für Hildebrand Befindlichkeiten "ohne jede Theorie von Gesellschaft und psychischem Apparat" bleiben. Einzig die Monsterzeichnungen selbst entlocken der Rezensentin einen Jubelschrei: Diese adelt sie als "Erkenntnis in satten Farben".
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