Aus dem amerikanischen Englisch von Ute Boldt. Von Geburt an prägt die Beziehung zwischen Mutter und Säugling die seelische Entwicklung des Kindes. Dauerhaft misslingende Mutter-Kind-Interaktionen oder traumatische Erlebnisse produzieren negative Anteile in der Psyche des Kindes. Daraus bildet sich nach Volkan ein infantiles psychotisches Selbst, das verschiedene Entwicklungen nehmen kann, etwa in Form einer Schizophrenie in der Kindheit, im Erwachsenenalter oder anderer psychotischer Persönlichkeitsorganisationen. Volkan untersucht die aus dem infantilen psychotischen Selbst hervorgehenden psychischen Störungen unter Einbeziehung biologischer, physiologischer, entwicklungspsychologischer und psychoanalytischer Erkenntnisse. Daraus gewinnt er ein differenziertes Verständnis von psychotischen Erkrankungen. Fallbeispiele zeigen auf, wie die durch diese Erkrankungen schwer beeinträchtigten Menschen behandelt werden können.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2004
Einen zwiespältigen Eindruck hat Vamik Volkans Buch über Schizophrenie bei Rezensentin Caroline Neubaur hinterlassen. Wie sie berichtet, gehört der Autor zu den wenigen Psychoanalytikern, die Schizophrene behandelt haben und darüber schriftlich Auskunft geben. Hier rolle der Autor Fallgeschichten auf und informiere in einem theoretischen Teil über die amerikanische und seine eigene Schizophrenietheorie. Neubaur hebt hervor, dass Volkan im Prinzip ohne Medikamente arbeite und versuche, die Sprache des Wahns zu verstehen. Als Nachteil für die Fachleute erachtet die Rezensentin, dass Volkan zu wenig technisch begründet, was er macht. Zwar stellt sie nicht in Frage, dass er mit seinen "amerikanischen" Mitteln, einem Verschnitt von Ich-Psychologie, Sichabsetzen von der Objektbeziehungstheorie und eigener Melange, nicht genauso tiefe psychische Schichten erreicht wie die Schule Melanie Kleins. Aber Volkan lasse den Leser nur an der Diagnostik teilhaben, kaum an der Therapie. Nichtfachleute allerdings werden das Buch nach Ansicht Neubaurs "spannend" finden, weil der Autor gut erzählen könne. Was für sie nicht ohne weiteres das Theoriedefizit des Buches ausgleicht. "Theoretisch", meint die Rezensentin, "scheint Volkan ein bisschen hinter dem Mond zu sein".
Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…