Vamik D. Volkan

Das infantile psychotische Selbst und seine weitere Entwicklung

Verständnis und Behandlung schizophrener und anderer schwieriger Patienten
Cover: Das infantile psychotische Selbst und seine weitere Entwicklung
Vandenhoeck und Ruprecht Verlag, Göttingen 2004
ISBN 9783525462027
Kartoniert, 333 Seiten, 32,90 EUR

Klappentext

Aus dem amerikanischen Englisch von Ute Boldt. Von Geburt an prägt die Beziehung zwischen Mutter und Säugling die seelische Entwicklung des Kindes. Dauerhaft misslingende Mutter-Kind-Interaktionen oder traumatische Erlebnisse produzieren negative Anteile in der Psyche des Kindes. Daraus bildet sich nach Volkan ein infantiles psychotisches Selbst, das verschiedene Entwicklungen nehmen kann, etwa in Form einer Schizophrenie in der Kindheit, im Erwachsenenalter oder anderer psychotischer Persönlichkeitsorganisationen. Volkan untersucht die aus dem infantilen psychotischen Selbst hervorgehenden psychischen Störungen unter Einbeziehung biologischer, physiologischer, entwicklungspsychologischer und psychoanalytischer Erkenntnisse. Daraus gewinnt er ein differenziertes Verständnis von psychotischen Erkrankungen. Fallbeispiele zeigen auf, wie die durch diese Erkrankungen schwer beeinträchtigten Menschen behandelt werden können.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2004

Einen zwiespältigen Eindruck hat Vamik Volkans Buch über Schizophrenie bei Rezensentin Caroline Neubaur hinterlassen. Wie sie berichtet, gehört der Autor zu den wenigen Psychoanalytikern, die Schizophrene behandelt haben und darüber schriftlich Auskunft geben. Hier rolle der Autor Fallgeschichten auf und informiere in einem theoretischen Teil über die amerikanische und seine eigene Schizophrenietheorie. Neubaur hebt hervor, dass Volkan im Prinzip ohne Medikamente arbeite und versuche, die Sprache des Wahns zu verstehen. Als Nachteil für die Fachleute erachtet die Rezensentin, dass Volkan zu wenig technisch begründet, was er macht. Zwar stellt sie nicht in Frage, dass er mit seinen "amerikanischen" Mitteln, einem Verschnitt von Ich-Psychologie, Sichabsetzen von der Objektbeziehungstheorie und eigener Melange, nicht genauso tiefe psychische Schichten erreicht wie die Schule Melanie Kleins. Aber Volkan lasse den Leser nur an der Diagnostik teilhaben, kaum an der Therapie. Nichtfachleute allerdings werden das Buch nach Ansicht Neubaurs "spannend" finden, weil der Autor gut erzählen könne. Was für sie nicht ohne weiteres das Theoriedefizit des Buches ausgleicht. "Theoretisch", meint die Rezensentin, "scheint Volkan ein bisschen hinter dem Mond zu sein".
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