Der Damm ist gebrochen, der Fluss des Lebens trägt Christian Haller näher an seine Bestimmung heran. Aus dem jungen Mann, der den Weg suchte, "den es nicht gab und den er dennoch gehen wollte", ist ein Schriftsteller geworden. Durch Widerstände, Schicksals- und Rückschläge eröffnen sich ihm zunächst neue Lebens- und Arbeitsbereiche. Er aber muss kämpfen gegen finanzielle Nöte, gegen Ablehnung und für die Anerkennung seiner Arbeit. Doch schreibend gelangt er an sein Ziel: In der Erkundung seiner Herkunft, jener Einschläge des 20. Jahrhunderts, die die Wege seiner Familie bestimmten, tritt allmählich das erzählende Ich hervor. Und mit ihm die Frage, wie der Untergrund des Lebens tatsächlich beschaffen ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.10.2020
Hier schreibt ein Schriftsteller über einen Schriftsteller. Rezensent Kurt Drawert, der in diesem Jahr selbst ein autobiografisches Buch über Dresden vorgelegt hat, schreibt über den Selberlebensbeschreiber Christian Haller, der mit "Flussabwärts gegen den Strom" den dritten Band einer autobiografischen Trilogie vorlegt. Drawert schildert ihn als einen erhabenen Außenseiter der deutschen Literatur, einen der zwanzig Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einer Prosa der Kunstlosigkeit zu finden, und der auf dem Weg zum anerkannten - und eben auch verlegten Schriftsteller - eine Menge Demütigungen durchstehen musste, die er ebenfalls in uneitler Prosa schildere. Es handelt sich sehr wohl um Romane, betont Drawert, obwohl die Überblendung von literarischer und realer Person in der Trilogie natürlich bezweckt und Gegenstand ist. Drawert bewundert, wie reale Ereignisse - ein Hochwasserschaden im Haus, der Schlaganfall seiner Frau - hier literarische Wucht bekommen.
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