Ferdinand Schmatz

Durchleuchtung

Ein wilder Roman aus Danja und Franz
Cover: Durchleuchtung
Haymon Verlag, Innsbruck 2007
ISBN 9783852185439
Gebunden, 300 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Die poetische Reise in die fragile Innenwelt einer Künstlerseele, die sich in einem kühnen Strom aus Beobachtung und Beschreibung, Träumen und inneren Dialogen verankert. da wird einer in die Röhre geschoben, bildlich und tatsächlich durchleuchtet und hinterfragt, und stellt sich selbst in Frage. Er, das ist Franz, der Künstler. Kontrapunkte setzen Professor Pokisa, der Arzt, und Danja, die Frau an Franz' Seite. Aber vielleicht ist sie ja auch nur ein Spiegelbild von Franz, eines, das ihm über die Brüche in seinem Dasein und Sosein hinweghilft, oder ist er eines von ihr? Ferdinand Schmatz entwickelt in seinem wilden Roman ein schelmisches und hintergründiges Spiel um Bild und Idee, Beschreibung und Identität, umkreist grundlegende Fragen von menschlichem Sein und Schein, von Sprache und Kunst.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 09.02.2008

Festgelesen hat sich Rezensent Andreas Puff-Trojan eigenem Bekunden zufolge in diesem "wilden" und vielstimmigen Künstlerroman. Als dessen Zentrum beschreibt er Franz, einen Maler, der an einer nicht näher definierten schweren Krankheit leidet und sich meist in einem Krankenhaus befindet, wo er mit der Enträtselung seiner Befunde befasst ist. Ein Reiz des Romans scheint in der bipolaren Konstruktion zweier Hauptfiguren zu liegen: dem pragmatischen Medizinprofessor und seinem realitätsverweigernden Patienten Franz. Der österreichische Schriftsteller Ferdinand Schmatz führe im Verlauf seiner Geschichte die Romanfiguren durch Räume, Zeiten und Reflexionshorizonte. Dabei verschwimmen die Stimmen der Figuren für den Rezensenten zu einem suggestiven Sound, der ihm auch viel über die Zusammenhänge von "Sinn und die Sinnlichkeit" von Sprache und die Romantisierung des Lebens durch die Kunst klarmachen kann. Weshalb Puff-Trojan Ferdinand Schmatz in einer Traditionslinie mit Autoren wie E.T.A. Hoffmann, Friedrich Schlegel und Novalis stehen sieht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.12.2007

Jörg Drews würdigt Ferdinand Schmatz' "Durchleuchtung" als außergewöhnlichen, faszinierenden Künstlerroman mit Elementen eines Schlüssel-, Anspielungs- und Bildungsromans. Beeindruckt hat ihn, wie Schmatz seinen Protagonisten Franz, der im Krankenhaus geröntgt werden muss, über seine Kindheit und Jugend, über seinen Werdegang als Künstler, über Sprache, Kunst und die entsprechenden Debatten nachdenken lässt. Der Sprachkünstler Franz werde in Metaphern, Bildern und Verknüpfungen lebendig. Auch psychologisch hat ihn das Werk überzeugt. Selten hat er ein Buch gelesen, das die Künstlerpsychologie so "unschematisch", so "subtil", aber auch so "selbstironisch" und "spöttisch" entfaltet wie dieses Buch.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.12.2007

Als "witziges Monument der Sinnlichkeit und des Sinns" würdigt Rezensent Paul Jandl diesen Roman von Ferdinand Schmatz, der ihm manches zu sein scheint: ein philosophischer Roman, Liebesroman und Entwicklungsroman. Von "selbstzufriedenen Gegenwartserkundungen" der Literatur scheint ihm das Buch weit entfernt. Die Geschichte um den Künstler Franz, der ins Krankenhaus kommt, sich an seine Kindheit erinnert und von seiner geliebten Frau besucht wird, scheint ihm vielmehr "Erkenntniskritik". Jandl attestiert dem Autor, die wesentlichen Fragen nach dem Erkennen stets im Blick zu behalten, ohne bei seinen Überlegungen je ins Thesenhafte abzurutschen. Im Gegenteil: Schmatz gelingt es zu seiner Freude, intelligent, unterhaltsam und "höchst sinnlich" von der Liebe zur Sprache zu erzählen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 10.10.2007

Funken schlagen wollte es zwischen Rezensentin Uta Beiküfner und dem Künstlerroman des Österreichers Ferdinand Schmatz nicht so recht, was in erster Linie am sprachartistischen Spieltrieb des Autors gelegen haben mag, den die Rezensentin auf Dauer doch sehr anstrengend fand. Worum es in dem Roman eigentlich geht, wird nicht ganz klar. Nur so viel: Der Künstler Franz verfügt über ein hohes Identifikationspotenzial mit den Gegenständen, die er malt, er verwandelt sich ihnen in dem Maße an, wie ihn die Liebe zu seiner Frau Danja dazu befeuert. Die Durchleuchtung des kranken Franz in einem Tomographen gerät zur inneren Durchleuchtung, in der "wort- und bildgewordene Erinnerungen" wild durcheinander wirbeln und in einem polyphonen, Zeiten und Orte miteinander verschmelzenden Sprachkonzert zusammenfallen. Etwas, "das nichts mehr erzählt, nur noch zeigt und beschreibt, Bilder statt Text", so die ratlose Rezensentin.
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