Mit 24 Farbfotografien von Simone Sassen. Aus dem Niederländischen von Helga van Beuningen. Das erste Mal, 1964, in Gesellschaft einer jungen Frau. Dann, 1982, mit dem Orientexpress. Erst beim zehnten Mal das Wagnis: eine Gondelfahrt. Und schließlich, 2018, kappt ein heftiger Sturm die einzige Landverbindung zwischen der Stadt und dem Rest der Welt und sorgt dafür, dass der Gast länger bleibt als geplant. Cees Nootebooms Liebe zu Venedig, dieser "absurden Kombination von Macht, Geld, Genie und großer Kunst", dauert nun schon über 50 Jahre an. Viele Male hat er die Stadt besucht, wohnt in prachtvollen Hotels und düsteren Apartments, huldigt den Malern und Schriftstellern, die hier lebten und arbeiteten, beobachtet den drohenden Ausverkauf Venedigs ebenso wie das Verhalten der Bewohner und Besucher: klug und selbstironisch, fast zärtlich. Nooteboom stellt sich die Frage: "Weshalb liebe ich diesen Ort mehr als andere Orte?" In seinen Texten aus drei Jahrzehnten gibt er die Antwort - und setzt Venedig, La Serenissima, ein Denkmal.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.09.2019
Andreas Schlüter schwelgt in Cees Nootebooms Venedig-Buch. Wie der Autor darin 50 Jahre Venedig-Begeisterung zusammenfasst und altmodisch pathetisch über Gondeln im Sonnenuntergang schreibt und sehr persönlich, höchstens in Gegenwart von Thomas Mann, Proust und Casanova, reflektiert über Sehnsucht und Heimweh, findet Schlüter sinnlich, poetisch und schlicht hinreißend. Dem Lagunen-Flaneur Nooteboom vertraut er sich gerne an, auch wenn er dessen hohe Meinung von Donna Leon nicht teilt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.09.2019
Für Rezensent Thomas Steinfeld ist Cees Nooteboom "kein schlechter Schriftsteller". Warum er Nootebooms gesammelte Venedig-Notizen eigentlich lesen soll, ist ihm allerdings nicht klar. Denn die Essays aus 50 Jahren Venedig-Reisen, "geschmackvoll" illustriert durch die Fotos von Simone Sassen, drehen sich laut Steinfeld vor allem um eins: den Autor. Spricht Nooteboom über Kirchen und Gräber, Gondeln und Wasser, sieht Steinfeld hingegen das Interessante vor lauter abgenudelten Tropen nicht. Selbstverliebt und bisweilen lächerlich erscheinen dem Rezensenten Nootebooms Spiegelungen seiner selbst in der Lagunenstadt.
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