Was war das Besondere an jenen Tagen im Pariser Mai 1968? Es war wohl dieses "seltsame, unerklärliche Prickeln in der Luft, die fast greifbare Erwartung, die totale, rührende Offenheit aller gegen alle, die Mischung aus Hoffnung, Naivität, Taktik und Ehrlichkeit, all das, was jetzt, da die Welt wieder aussieht wie die Welt, unsichtbar geworden ist". Dieser Band erinnert, mit Texten aus dieser Zeit, an jene wilden Tage. Damals war der noch junge Autor aus den Niederlanden als Reporter, als erzählender Beobachter Zeuge einer bis dahin für unvorstellbar gehaltenen Rebellion gegen das Alte, eines Widerstandes, der "spontan, idealistisch, geistreich und naiv" war. Seine vom Geist jener Tage durchwehten Reportagen liegen hier erstmals auf Deutsch vor.
Dirk Knipphals ist von diesem schmalen Bändchen, das die Berichterstattung Cees Nootebooms über die Pariser Studentenproteste im Mai und Juni 1968 auf knapp hundert Seiten wiedergibt, hellauf begeistert. Der Rezensent hat in diesem Buch die typische Erzählung der 68er-Generation in der Geschichte des Wandels vom "rasenden Reporter des Aufbruchs" hin "zum melancholischen Analytiker der verpassten Möglichkeiten" wiedergefunden. Allein die ein oder andere Anmerkung zur Entstehungsgeschichte hat Knipphals vermisst, und auch eine "Einordnung" in das spätere literarische Werk des Schriftstellers wäre "hübsch" gewesen.
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