Catalin Dorian Florescu

Matei entdeckt die Freiheit

Roman
Cover: Matei entdeckt die Freiheit
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2026
ISBN 9783737102407
Gebunden, 288 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Ein kurzer Blick im Bus. Matei erkennt in Bukarest seinen früheren Peiniger aus dem Gefängnis wieder. Es sind die befreiten 1990er-Jahre, alles scheint möglich, sogar Gerechtigkeit ... Der junge Matei wächst auf im pulsierenden Bukarest der 30er-Jahre, doch in der Diktatur verliert seine Familie alles. Und Matei wird wegen politischer Gedichte verurteilt, zur Lagerarbeit im Donaudelta, wo die Natur faszinierend, aber unbarmherzig ist und das Leben hart, mitunter tödlich. Die Menschlichkeit unter den Häftlingen hält ihn am Leben - und auch der Hass. Nach Jahren wird er begnadigt, erfährt Familienglück, doch nie echten Frieden. Als Matei nach dem Fall des Eisernen Vorhangs in der neuen, großen Freiheit den "schönen Pană", einen Verhöroffizier, wiedersieht, will er sich den Geistern der Vergangenheit endlich stellen. Und fasst einen Plan. 

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 16.04.2026

Ein eindringliches, starkes Buch liest Rezensent Marko Martin. Catalin Dorian Florescu erzählt in seinem neuen Roman von Matei, den wir zunächt in den von Elend und Lebensmittelknappheit geprägten rumänischen 1980ern begegnen. Daneben gibt es eine zweite Erzählebene, die in die 1950er Jahre zurückreicht und eine im Allgemeinen wenig beachtete historische Phase aufarbeitet. Denn Florescu erzählt eben nicht nur von der im Westen einigermaßen geläufigen Ceausescu-Diktatur, sondern auch vom stalinistischen Terror im Rumänien der Nachkriegszeit unter einem anderen Diktator, nämlich Gheorghe Gheorghiu-Dej. Klassisch erzählt ist dieses Buch, was der Rezensent angemessen findet, da auf diese Weise Mateis Erinnerungen tatsächlich zur Darstellung gebracht werden. Anlass für die Rückschau ist im Buch, dass der Protagonist einem ehemaligen Peiniger begegnet. Später im Buch, das schließlich in den postkommunistischen 1990ern ankommt, geht es auch um die Frage, ob historisches Unrecht gerächt werden kann. Das alles fügt sich zu einem Buch, das in beeindruckender Weise unterschiedliche Phasen und auch noch die Nachwirkungen eines brutalen Regimes in den Blick nimmt, jubelt Martin.

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