Bruno Thoss (Hg.), Hans-Erich Volkmann (Hg.)

Erster Weltkrieg - Zweiter Weltkrieg

Ein Vergleich: Krieg, Kriegserlebnis, Kriegserfahrung in Deutschland

Klappentext

Im Auftrag des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes herausgegeben von Bruno Thoß und Hans-Erich Volkmann. Die Zeit der Weltkriege, häufig als "zweiter Dreißigjähriger Krieg" (1914-1945) apostrophiert, wird gemeinhin als "Katastrophenzeit" der deutschen Geschichte beschrieben. Schließlich waren zwei einschneidende militärische Niederlagen des Deutschen Reiches notwendig, bevor der Weg frei wurde für eine gesicherte parlamentarische Demokratie und ihre feste Verankerung im gesellschaftlichen Pluralismus der Bundesrepublik. Offen bleibt, welchen Einfluss die beiden Weltkriege mentalitätsgeschichtlich auf die gesellschaftlichen Umbrüche in Deutschland nahmen. Beschleunigten oder verlangsamten sie den Weg der Deutschen in die Moderne?

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.03.2003

Als "überwältigend informatives und gedankenreiches Werk" würdigt Rezensent Peter Reichel den von Bruno Thoss und Hans-Erich Volkmann herausgegebenen Band "Erster Weltkrieg ­ Zweiter Weltkrieg", der die beiden Weltkriege und ihre Nachkriegszeiten vergleichend in den Blick nimmt. Die Weltkriege als "Kriege neuen Typs" stehen im Mittelpunkt der ersten Sektion, berichtet Reichel, grundlegenden Fragen wie die Wirtschaftsverfassung unter Bedingungen des totalen Krieges, die Mobilmachungsplanungen und der Kriegseinsatz von Frauen werden hier diskutiert. Zu seinem Bedauern fehlt eine Untersuchung der genozidalen Kriegsführung als eine Konsequenz der Totalisierung in beiden Weltkriegen. Die beiden folgenden Abschnitte gehen laut Reichel zunächst auf Aspekte der militärisch-technischen Führung und der strategischen Kompetenz ein, um sich dann der Welt der Soldaten zuzuwenden. Die "Heimatfront" und kollektive Erfahrung der zivilen Gesellschaft im Krieg sind Thema der vierten Sektion, während ein fünfter Abschnitt Beiträge über die Besatzungsherrschaft in Belgien, Frankreich, Polen und Weißrussland versammelt. Besonders interessant erscheinen Reichel die beiden letzten Abteilungen, die die Auseinandersetzungen mit den Kriegen in den Nachkriegszeiten beleuchten.
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