Herausgegeben von Christian Kloyber und Karl Müller. Mit 50 SW-Fotos. Wien-Brigittenau, Neulengbach, Purkersdorf, Paris, das Kinderheim von Montmorency, Montauban, Lissabon, Veracruz - ehe der vierzehnjährige Bruno Schwebel 1942 in Ciudad de Mexico ankommt, ist er schon weit gereist. Und das Leben in Mexiko konfrontiert mit Neuem und Ungewohntem, mit einer vielschichtigen Sprache und vielgestaltigen Landschaft. In "Das andere Glück" erinnert sich der austro-mexikanische Schriftsteller an Verhältnisse und Schauplätze, die aus der Literatur kaum geläufig sind. In seinen Erzählungen geht Schwebel an den Rand, in die Vororte, die mexikanische Provinz, die Peripherie. Er deutet das Geheimnis eines Gesichts, eines Hauses. Ohne Hektik entwirft er mit sparsamen Strichen ein kleines Panorama von Lebensmöglichkeiten und -erwartungen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.02.2005
Bruno Schwebel war Direktor einer Fernsehanstalt, Schauspieler, Schriftsteller, "Akkordeonvirtuose und Schachmeister". Er war all das in Mexiko und nicht in seinem Heimatland Österreich, aus dem er als Kind mit seinen Eltern vor den Nazis flüchtete. In Mexiko, schreibt "Jdl", fand Schwebel das "andere Glück" des Titels - "ein neues Leben, das so farbig ist wie die atmosphärisch dichte Prosa" dieser Erinnerungen und Geschichten. Der Rezensent hat sie mit Begeisterung gelesen und in den mexikanischen Alltagsschilderungen - "mit hohem Tempo erzählte Geschichten, die lakonisch sind wie Hemingway und so ethnographisch wie die Neugier Bruno Schwebels" - zugleich ein Panorama der seelischen Landschaft des Autors entdeckt. Fazit: "berührend authentisch".
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