Erich Hackl

Familie Salzmann

Erzählung aus unserer Mitte
Cover: Familie Salzmann
Diogenes Verlag, Zürich 2010
ISBN 9783257067583
Gebunden, 184 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Eine Familiengeschichte über drei Generationen über 100 Jahre und unsere Gegenwart. Sie beschreibt Ungerechtigkeit und Not, aber auch Treue, Freundschaft und die Hoffnung auf Glück. Es ist die Geschichte des deutsch-österreichischen Ehepaares Hugo und Juliana Salzmann, dessen Liebe sich im Widerstand und in der Verbannung kaum erfüllen kann. Die Geschichte ihres Sohnes, und wie er von seiner Tante unter widrigen Umständen am Leben gehalten wird. Die Geschichte seiner Mühe, der toten Mutter nahe zu bleiben, und seines vergeblichen Werbens um die Zuwendung und Geduld seines Vaters. Und die Geschichte des Enkels, der - in unserer Gegenwart - an seinem Arbeitsplatz gemobbt, dem schließlich gekündigt wird, nachdem er diesen einen Satz hat fallenlassen: "Meine Oma ist in einem KZ umgekommen." Eine Familiengeschichte also, die quer durch beide deutsche Staaten, durch Österreich, Frankreich, die Schweiz verläuft, über drei Generationen und ein Jahrhundert.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.01.2011

Erick Hackl erzählt die wahre Geschichte der Familie Salzmann, scheint dies aber in romanhafter Form zu tun. Als Leser von Samuel Mosers NZZ-Kritik stutzt man darum zunächst - man weiß nicht recht, welchem Genre das Buch eigentlich zuzuschlagen ist.  Moser ist jedenfalls berührt von der traurigen Erfahrung der Salzmanns. Über drei Generationen erzählt Hackl von Widerstand gegen die Nazis, Traumatisierung und Verhärtung durch Gefängnis und KZ, von der mausgrauen DDR und fortwirkendem Antisemitismus in Österreich. Eine gewichtige Kritik meldet Moser allerdings am Ende seines Artikels an: Hackls Sprache erscheint ihm zu glatt, um den Schründen der Geschichte gerecht zu werden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 08.10.2010

Die Rezensentin Sabine Peters ist sehr angetan von Erich Hackls mehrere Generationen umspannende und auf "historisch verbürgten Fakten" beruhende Familiengeschichte - auch, wenn sie sich fragt, ob er auf die jüngste Generation nicht besser verzichtet hätte. Die bleibe im Vergleich etwas "blass". Peters gefällt, wie es der Autor immer wieder schafft, beim Leser eine "produktive Verstörung" hervorzurufen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.10.2010

Auch in "Familie Salzmann" wendet der Autor Erich Hackl wieder das bewährte Muster der "akribisch recherchierten realen Geschichte von Opfern des politischen Terrors im 20. Jahrhundert" an, stellt Rezensent Michael Stallknecht fest. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Stallknecht weder große Sympathien für das Verfahren noch für den Autor als moralische Instanz hegt. Die tadellose Rechtschaffenheit der männlichen Hauptfiguren gehen ihm eigentlich auf die Nerven, den angebliche Generationenkonflikt zwischen Vater und Sohn Salzmann will er dem Autor nicht abnehmen und am Autor stört ihn die "Überidentifikation" mit Figuren, die politisch so korrekt sind wie er selbst. Bleibt nur zu hoffen, dass "Familie Salzmann" keine Schullektüre wird, so der Rezensent.
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