Bruno Preisendörfer

Das Bildungsprivileg

Warum Chancengleichheit unerwünscht ist
Cover: Das Bildungsprivileg
Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2008
ISBN 9783821856995
Kartoniert, 192 Seiten, 16,95 EUR

Klappentext

Alle reden von Bildung für alle, damit Deutschlands Zukunft gesichert ist. Politiker und Bildungsbeauftragte fordern, dass Unterschichten und Migranten verstärkt Zugang zu höheren Schulen und Universitäten haben sollen. Zugleich werden Hauptschulen geschlossen, die Gymnasialzeit verkürzt, und den Zugang zur Hochschule gibt es nur gegen Bares. Denn nach wie vor sind wir alle überzeugt: Wer es nur wirklich schaffen will, kann es auch schaffen. Dass bildungsferne Kinder in unserem dreigliedrigen Schulsystem benachteiligt sind, ist keine neue Erkenntnis, sagt Bruno Preisendörfer. Wohl aber, dass dieser Zustand beabsichtigt ist. Mit Verve und bissiger Ironie entlarvt er die Sonntagsreden der Politiker und anderer Privilegierten, die in Wirklichkeit gar nicht wollen, dass diejenigen, die gern als'Bildungsreserve'bezeichnet werden, wirklich Bildung erfahren. Denn die Konsequenzen für die Kinder des Mittelstands und des Bürgertums liegen auf der Hand: Wo die einen hinzukommen, ist für die anderen kein Platz mehr - egal ob im Gymnasium, an der Universität oder bei der Karriere.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 29.05.2008

Mit Interesse und Zustimmung hat Rezensent Dorion Weickmann das Buch des Germanisten Bruno Preisendörfer über die Chancenungleichheit des deutschen Bildungssystems gelesen. Denn es handelt sich seiner Beschreibung zufolge um eine "Streitschrift", die sehr detailliert Ursachen und Umstände der gegenwärtigen Bildungsmisere untersucht und darstellt - vom "föderalen Chaos" der Politik bis hin zu resignierten Lehrern und der in ihrer "Opferhaltung" stagnierenden "bildungsfernen Schichten". Ein Mangel dieses Buchs ist für den Rezensenten, dass Preisendörfer es "bei der Philippika" belässt und weiter keine Lösungswege aufzeigt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2008

Nicht wirklich überzeugt ist Rezensent Hannes Hintermeier von Bruno Preisendörfers Abrechnung mit dem deutschen Bildungssystem. Zwar bescheinigt er dem Autor hin und wieder bedenkenswerte Überlegungen. Aber die kritischen Töne überwiegen. Er hält Preisendörfer vor, mit seiner These, die Benachteiligung von bildungsfernen Kindern sei gewollt, Klassenkampf zu betreiben. Überhaupt strotzt das Buch seines Erachtens von ollen Kamellen. Besonders ärgert den Rezensenten die aus der "psycholinguistischen Mottenkiste" stammende Behauptung, Dialekt mache dumm. Auch die Einbeziehung von autobiografischen Elementen missfällt ihm. Zustimmend äußert er sich über Preisendörfers Kritik an der fortschreitenden Ökonomisierung und Aushöhlung des Bilddungssystems. Gute Vorschläge, wie dieser Entwicklung zu begegnen sei, findet Hintermeier in dem Buch zu seinem Bedauern aber nicht.
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