Bruno Gebhardt

Gebhardt: Handbuch der deutschen Geschichte in 24 Bänden

Band 13: Das lange 19. Jahrhundert. Arbeit, Nation und bürgerliche Gesellschaft
Cover: Gebhardt: Handbuch der deutschen Geschichte in 24 Bänden
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2001
ISBN 9783608600131
Gebunden, 187 Seiten, 30,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Alfred Haverkamp, Wolfgang Reinhard, Jürgen Kocka und Wolfgang Benz. 10. neubearbeitete Auflage von Jürgen Kocka. Ausführlicher Anhang, Names- und Ortsregister. Das lange 19. Jahrhundert erlebte die Geburt der klassischen Moderne. Es begann bereits mit der Französischen Revolution und endete mit dem Ersten Weltkrieg. Es war die bürgerlichste Epoche der deutschen Geschichte, geprägt von Industrialisierung, Kapitalismus, Nationalismus, Klassenkonflikten und ausgeprägter Ungleichheit der Geschlechter. Es war die Zeit der großen Migrationen und der entstehenden Zivilgesellschaft.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.09.2002

Der "Gebhardt" als materialienreiches Handbuch zur deutschen Geschichte ist nicht länger unangefochten, also hat man für die neue Ausgabe das Konzept geändert. Den Einzelbänden der vier Abteilungen ist jeweils ein Einleitungsband vorangestellt - und um den zum 19. Jahrhundert handelt es sich hier. Recht glücklich wird der Rezensent Karl Heinz Metz mit der neuen Systematik am Beispiel dieses Bandes jedoch nicht. Zwar sei Jürgen Kocka ohne jeden Zweifel ein ausgewiesener Kenner seines Gegenstands - das Problem, über den Empirismus der Handbücher mit umfassenderer Hypothesenbildung hinauszugelangen, ohne den Handbuchcharakter zu beeinträchtigen, werde hier jedoch nicht gelöst. Überhaupt bleibt, bemängelt Metz, methodisch alle Theorie außen vor und inhaltlich ist ihm das Buch für die Zeit vor Königgrätz zu preußenfixiert. Dennoch: Als "nützliche Einführung in Grundzüge" taugt das Buch, wie der Rezensent einräumt, auf alle Fälle.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 31.07.2002

Seit der 'Gebhardt', das "traditionsreichste Handbuch der deutschen Geschichte" zum letzten Mal von Grund auf überarbeitet wurde, "schreibt sich Geschichte anders und heißt historische Sozialwissenschaft", schreibt Rezensent Thomas Thiemeyer einleitend. Und so begrüßt er das Erscheinen des neuen Gebhardt, der wie Thiemeyer lobend anmerkt, mit dem alten nur noch den Namen gemeinsam hat. Nicht mehr vier, sondern 24 Bände soll der neue Gebhardt umfassen und davon sind jetzt zwei neu erschienen. Lobend bemerkt der Rezensent, dass in Jürgen Kochas erstem von fünf Bänden zum 19. Jahrhundert nun nicht mehr Daten und Ereignisse im Mittelpunkt stehen, sondern "die Analyse, das Verstehen von Prozessen und Strukturen des gesellschaftlichen Wandels in Deutschland". In zweierlei Hinsicht jedoch schränkt Thiemeyer sein Lob ein: Einerseits komme der "Einfluss von Kunst- und Naturwissenschaften" sowie von "einzelnen Persönlichkeiten" zu kurz, andererseits setze der Band schon Vorwissen beim Leser voraus. Diese Schwäche geht nach Ansicht des Rezensenten einher mit dem allgemeinen Versäumnis des neuen Gebhardts: Fotos und Karten fehlen. Insgesamt jedoch findet Thiemeyer die Bände gelungen, da sie sowohl "profunde Analysen" liefern, als auch immer wieder die Forschung miteinbeziehen.
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