Eine ebenso informative wie engagierte Stellungnahme von Dietmar Pohl zur Fallstudie des polnischen Historikers Musial, der hierzulande mit seiner Kritik an der Wehrmachtsausstellung Aufmerksamkeit erregt hat. Es ist noch nicht lange her, schreibt Pohl, dass ausschließlich die SS für die Ermordung der osteuropäischen Juden verantwortlich gemacht worden sei. Eine von den Tätern selbst mitinitiierte Legende, berichtet Pohl. Es sei Musial überzeugend gelungen, am Beispiel der gut dokumentierten Geschichte von Lublin darzustellen, in welch erschreckendem Ausmaß die Zivilverwaltung tatsächlich beteiligt war. Mit seinem "gruppenbiographischen Ansatz" betrete Musial übrigens historiographisches Neuland, das sich laut Pohl als sehr fruchtbar erweist. Musial hat nämlich die Karrieren der 120 verantwortlichen Kreishauptleute des Generalgouvernments Polens vor und nach dem Krieg verfolgt. Die meisten dieser Männer, berichtet Pohl weiter, haben in der Bundesrepublik hohe Posten innegehabt, keiner von ihnen wurde strafverfolgt.
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