Im Herbst 1898 gegründet, verlieh Cassirers Galerie dem Kunstleben Berlins binnen kurzem eine völlig neue Dimension. Schon die erste Ausstellung brachte Spitzenwerke von Edgar Degas, gefolgt von hochkarätigen Bildern Monets, Pissarros und Renoirs. Der zweite Jahrgang startete im Herbst 1899 mit der Präsentation von Manets "Déjeuner sur l'herbe", jenem berühmten ersten Fanfarenruf der Moderne. Paul Cézanne, der im November 1900 zum ersten Mal in Deutschland vorgestellt wurde, entwickelte sich zu einem programmatischen Exponenten des Kunstsalons - ebenso wie Vincent van Gogh, dem zum Jahreswechsel 1901/02 eine erste Ausstellung galt. Edvard Munch - 1892 unsanft aus Berlin hinauskomplimentiert - erfuhr ab 1903 bei Cassirer eine markante Rehabilitation. Neben Max Liebermann und Walter Leistikow betraten Lovis Corinth, Max Slevogt und die jungen Secessionskünstler die Bühne.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.07.2012
Caroline Kesser ist sehr angetan von der Dokumentation über den Berliner Kunstsalons Cassirer zwischen 1898 bis 1905, nicht zuletzt, weil sich so nicht nur deren Rolle beim Beginn der Moderne in Berlin, sondern auch die intensiven Auseinandersetzungen der Kunstkritik mit ihren Ausstellungen genau nachvollziehen lassen. Die beiden umfangreichen Bände zeichnen nur acht Jahre der Kunstgalerie nach, weitere Bände stehen aber noch aus, erklärt die Rezensentin, die in einem der Herausgeber den gleichnamigen Sohn des von 1926 bis 1933 zusammen mit Grete Ring den Kunstsalon leitenden Walter Feilchenfeldt ausweist. Die Rezensentin rekonstruiert für uns noch mal die Ausstellungen der Galerie, die sich als eine der ersten für den französischen Impressionismus interessierte, und freut sich, dass durch die akribische Rezeption der damaligen Kunstkritik eine "nahezu lückenlose" Dokumentation vorliegt.
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