Die amerikanische Liberation Policy, die ab 1947 maßgeblich vom späteren US-Außenminister John Foster Dulles entwickelt wurde, forderte eine Befreiung der kommunistisch beherrschten Staaten. Mit dem Regierungsantritt Dwight D. Eisenhowers rückte sie in der öffentlichen Wahrnehmung in den Rang einer offiziellen Strategie. Die historische Forschung hat die Befreiungspolitik allerdings lange Zeit als reine Rhetorik verstanden, die allenfalls eine Funktion in der US-Innenpolitik erfüllen sollte. Die mittlerweile freigegebenen Unterlagen zeigen, dass diese Sichtweise nicht mehr haltbar ist. Der vorliegende Band analysiert auf der Basis amerikanischer, west- und ostdeutscher sowie osteuropäischer Quellen die Entstehung, Karriere, Praxis und Wirkung dieses Offensivkonzepts, das in den Jahren unmittelbar vor dem Ende des Kalten Krieges unter Ronald Reagan seine offizielle Renaissance erlebte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.01.2003
In seinem - so der Rezensent Detlef Junker - nicht nur des Umfangs wegen "gewichtigen" Buch, unternimmt Bernd Stöver den Versuch, die Außenpolitik der Vereinigten Staaten während des gesamten Kalten Krieges als motiviert durch die Ideologie der "Befreiung" zu deuten. In den offiziellen Äußerungen rangierte diese Ideologie stets neben der defensiveren der "Eindämmung" des Kommunismus - in der Rhetorik aber war, so Stöver, die "Befreiungsideologie" dominant; die Praxis sah, siehe Mauerbau und Prager Frühling, oft deutlich anders aus. Der Autor belegt seine These mit umfangreichem Quellenmaterial und führt den Sachverhalt zurück auf den - nicht zuletzt beim gegenwärtigen Präsidenten wieder zu beobachtenden - Manichäismus des amerikanischen Weltbildes, das auf größtem Selbstbewusstsein beruht und oft auf Missionierung des Rests der Welt hinausläuft. Der Rezensent lobt den Band als "informierte und quellengesättigte, ja gelehrte Studie" - das Kürzen mancher Überlänge allerdings hätte, wie er findet, nicht geschadet.
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