Köln zählte bis zum Beginn des Nationalsozialismus zu den Städten Deutschlands, die ein besonders reiches jüdisches Leben, vor allem auf dem Sektor der Kultur und des Geschäftswesens, aufweisen konnten. Das Zentrum der Innenstadt, aber auch viele der Vororte waren - und sind auch heute noch - geprägt von den Bauten, die jüdische Bauherren in Auftrag gegeben haben und oft auch von jüdischen Architekten entwerfen ließen. Vergessen sind jedoch meist die Geschichte dieser Häuser und fast immer das Wissen über diejenigen, die einst den architektonischen Entwurf geliefert hatten.
Rezensentin Annette Bussmann würdigt Wolfram Hagspiels Studie über die deutsch-jüdischen Architekten Kölns als "Pionierarbeit". Der Kunsthistoriker führt für sie akribisch das Oeuvre jüdischer Architekten vor Augen und schildert deren Schicksal sowie das ihrer Angehörigen und Bauherrn. Eines der niederschmetternden Ergebnisse der Studie sieht sie darin, dass aufgrund der NS-Politik in Köln lediglich von 43 Architekten sichtbare Spuren blieben. Bussmann lobt die Sachlichkeit der Darstellung und hebt hervor, dass der Autor nicht in Gefahr gerät, das den jüdischen Architekten zugefügte Unrecht durch "posthume Überhöhung" zu kompensieren. Dass sich in dem Werk immer wieder Ausdrücke der NS-Terminologie wie "Machtergreifung" oder "Mischehe" finden, missfällt ihr hingegen. Sie hätte sich eine durchgehend "politisch-akzeptable" Sprache gewünscht, in einem "Buch dieses Anspruchs" möchte sie derartige Termini nicht lesen.
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