Gandhis Geburtstag ist in Indien ein Feiertag. Hat der Gründervater Indiens, die Ikone der Gewaltlosigkeit auf der ganzen Welt darüber hinaus im heutigen Indien noch eine Bedeutung? Wohin wird sich Indien entwickeln? Bernard Imhasly hat auf der Suche nach Antworten ein riesiges Land bereist. Er erzählt Geschichten über Aufbruch und Stillstand, über Hoffnung, Angst und Mut, über Aktualität und Abschied von Gandhi.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.10.2006
Gute Noten vergibt Rezensent Jörg Fisch an diese "flüssig geschriebenen und konzisen" Indien-Reportagen des NZZ-Indienkorrespondenten, die ihn vor allem überzeugten, weil sie den momentan grassierenden Thesen über den Aufstieg des Subkontinents zur Weltmacht mit einer gewissen Skepsis begegnen. Auch die Dramaturgie dieses episodischen Buchs, das Mahatma Gandhi als Reiseführer und thematische Spiegelachse wählt, beeindruckt Fisch, weil die Reportagen dadurch aus seiner Sicht eine zeitliche Tiefe gewinnen, die dem Genre sonst abgehe. Die einzelnen Reportagen wenden sich seinem Eindruck zufolge besonders den Schwachpunkten Indiens zu - den brutalen Grenzkonflikten im Nordosten beispielsweise. Oder der Unfähigkeit der indischen Demokratie, sich in vielen ländlichen Gebieten gegen alte Feudalstrukturen oder Guerilleros durchzusetzen. Doch auch die "Lichtblicke" fand der Rezensent angemessen gewürdigt, wobei er das aktuelle Indien der IT-Spezialisten und Callcenter nur am Rande eine Rolle spielen sieht.
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