Mahatma Gandhi (1869-1948) gehört zu den charismatischsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Er vertrat eine asketische Lebensweise und war von tiefer Religiosität geprägt. Auf dieser Grundlage entwickelte er sein Konzept des gewaltfreien zivilen Widerstandes. Er setzte sich für die Rechte der Inder in Südafrika ein, wurde 1914 Führer des indischen Nationalkongresses und kämpfte für die Unabhängigkeit des Landes. 1948 wurde die "Große Seele" von einem fanatisierten Hindu ermordet.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.04.2008
Rezensent Nikolaus German zieht ein gemischtes Fazit aus seiner Lektüre dieser Biografie . Seiner Ansicht nach lässt der Autor Albrecht Hagemann in seiner Darstellung Mahatma Gandhis etwas Wesentliches aus, nämlich eine "Tiefensicht auf Gandhis Spiritualität". Die ist seiner Meinung nach essenziell, wenn man das Phänomen Ghandi wirklich ergründen wolle. So bleiben die Eindrücke "Mosaiksplitter" und entwickeln sich nicht zu einem "schlüssigen Persönlichkeitsbild". Als "kompakter historischer Abriss" funktioniert die Arbeit nach Meinung des Rezensenten allerdings gut. Sie liefert auch einen Einblick, wie die "Vermengung von Religion mit Politik" in einem Sinn funktionierte, den man sich unter heutigen politischen Prämissen kaum noch vorstellen kann - und dass Ghandis Form der Gewaltlosigkeit heute fast keine Sendungskraft mehr hat.
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