November 1937: Adolf Hitlers politischen Gegenspielern wird die zunehmende Bedrohung durch das NS-Regime bewusst. In den Hinterzimmern der Macht treffen Staatsmänner in Berlin, London, Washington und Moskau weitreichende Entscheidungen, die letztlich zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs führen und seinen Verlauf maßgeblich vorzeichnen. Benjamin Carter Hett, der bisher unerschlossene Quellen durchforstet hat, zeichnet genau nach, welche Ereignisse, Gespräche und Begegnungen dem Kriegsausbruch vorausgingen und wie die Angst vor dem Konflikt die westlichen Demokratien vor eine Zerreißprobe stellte. Dabei kommt er den handelnden Figuren sehr nahe und erhellt nicht nur die diplomatischen Gefechte und Strategien der Staatschefs, sondern widmet sich auch zahlreichen weniger bekannten politischen Akteuren. Ein Blick hinter die Kulissen der Weltpolitik während der größten Krise des 20. Jahrhunderts.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.10.2021
Der Historiker Dietmar Süß lernt nicht allzu viel für die Gegenwart aus Benjamin Carter Hetts Buch über die Jahre 1937-1940 und die Reaktionen der westlichen Demokratien auf Hitlers Allmachtsansprüche. Das liegt für den Rezensenten daran, dass der Autor zwar Motive und Interessen der Akteure in Großbritannien und den USA akribisch nachzeichnet, sich dabei jedoch vor allem auf die Politik großer Männer beschränkt und wenig Neues ergründet, was Süß eher noch in den Bereichen Gesellschaft und Wirtschaft vermutet. Der Blick auf die Wirkung des "Dritten Reiches" im Ausland bleibt im Buch eher kursorisch, meint Süß. Im Ganzen darstellerisch überzeugend, aber analytisch enttäuschend, findet er.
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