Beate Teresa Hanika

Rotkäppchen muss weinen

Roman. Ab 12 Jahre
Cover: Rotkäppchen muss weinen
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2009
ISBN 9783596853366
Gebunden, 222 Seiten, 12,95 EUR

Klappentext

Er nennt sie Rotkäppchen, als er sie mit einem Korb am Fahrradlenker den Berg hinabfahren sieht. Rotkäppchen - weil in dem Korb Wein und Essen sind für den Großvater, dessen Einsamkeit nur ein Vorwand ist. Rotkäppchen - weil der Weg aus dem Wald dunkel und steinig ist. Rotkäppchen - weil der Wolf sie längst in seiner Gewalt hat ?

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 17.09.2009

Ebenso zerreißend wie heilsam, wundersam gelungen findet Rezensentin Elisabeth Wehrmann diesen ersten Roman der Regensburger Fotografin, der ihren Informationen zufolge von einem missbrauchten 13-jährigen Mädchen erzählt. "Nah, konkret und sensibel" führe sie den Leser durch "innere und äußere Landschaften", das Ungeheuerliche ereigne sich direkt vor "unseren Augen". Und auch die Konsequenzen erlebe man hautnah, sowie die Frage, was ein Kind fühle, das nicht mehr fühlen wolle. Doch auch die Wege ins Rettende, die die Autorin ihrer Protagonistin weist, ergreifen die Rezensentin sehr.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2009

Heidi Strobel fröstelt nach dieser Lektüre. Die Geschichte um die 13-jährige Malvina, die von ihrem Großvater missbraucht wird, während der Rest der Familie sie mit dieser Situation allein fertig werden lässt, ist ihr sehr nahe gegangen. Wie das Böse innerhalb der eigenen Familie lauern kann, sieht sie hier schnörkellos inszeniert. Die Grausamkeit der Story und die Macht des Besseren, das schließlich doch siegt, erinnern Strobel an die Machart von Märchen. Wie Beate Teresa Hanika den Ekel Malvinas in plastischen Bildern beschreibt, findet sie schlicht meisterhaft. Um so bedauerlicher erscheint ihr, dass Malvina am Ende keine Chance hat, offensiv mit ihrer emotionalen Verletzung umzugehen, weil Hanika die Täterfigur "aus dem Geschehen nimmt".
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